Aus Kindern werden Teenager. Und zwar mit all dem, was Pubertäts-bedingt dazugehört. Obwohl wir Eltern das wissen und wir diese Zeit ja auch schon selbst durchlebt haben, hält sich unser Verständnis manchmal in Grenzen. Und wenn uns der Kragen platzt, hauen wir auch gerne mal ganz schön üble Phrasen raus. Aber damit ist jetzt Schluss! Ab 2026 wollen wir folgende 5 Sätze nicht mehr zu unseren Teenagern sagen. Plus Alternativen, die uns, wenn es drauf ankommt, hoffentlich auch wieder einfallen.
Wenn Gefühle verrückt spielen
Diese unempathische Frage geht gar nicht, vor allem dann nicht, wenn uns wirklich interessiert, was mit unserem Teenie gerade los ist. Denn wie wir alle wissen: Auf Verallgemeinerungen (“schon wieder“) und Kritik reagieren auch wir Erwachsenen mit Ablehnung und/oder Rückzug.
Eine wertschätzende Alternative, die nicht provoziert, und trotzdem Interesse zeigt:
Ich merke, irgendwas beschäftigt dich. Brauchst du Ruhe oder willst du reden?
Bei Misserfolgen
Na klar, Mama und Papa haben es wieder (besser) gewusst. Dieser Satz nervt Teenager maximal und das berechtigterweise. Schließlich muss jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen machen, um daraus zu lernen. Und so sehr wir es auch wollen: Wir können unsere Kinder nicht vor allen Gefahren und Misserfolgen bewahren.
Daher unser Vorschlag ab 2026, der nicht belehrt und trotzdem Orientierung gibt:
Das ist jetzt echt blöd gelaufen, aber was kannst du da rausziehen, damit es beim nächsten Mal besser funktioniert?
Zum Thema Ordnung
Eltern können es oft kaum ertragen, wenn das Teenie-Zimmer im Chaos versinkt. Für unsere Jugendlichen aber gibt es aktuell so viel Wichtigeres, als Klamotten in den Schrank zu räumen oder Haargummis vom Boden aufzuheben. Ihr Leben wird zunehmend komplexer, sie müssen mehr Entscheidungen treffen und sich selbst organisieren. Das kostet Zeit und Kapazitäten. Ganz abgesehen von dem hormonell verursachten Chaos im Körper, das sich auch im Zimmer widerspiegelt.
Deshalb lasst uns milde werden und ab 2026 öfter mal über die Unordnung (nicht HYGIENE!) hinwegsehen. Oder wir versuchen es mit Humor:
Dein Zimmer hat angerufen – es hätte gern ein bisschen Aufmerksamkeit von dir ...
Video: So bleiben wir mit unseren Teenies in Kontakt
Wenn Grenzen überschritten werden
Dieser Satz geht gar nicht. Zum einen, weil der Begriff Putzfrau den Beruf der Reinigungskraft abwertet und ein stereotypes Rollenbild verstärkt (besser: Reinigungskraft). Und weil dieser Satz unseren Teenagern vermittelt, Tätigkeiten wie Aufräumen oder Putzen mit Geringschätzung zu verbinden statt mit Verantwortung.
Hier eine klare, respektvolle Alternative:
Ich unterstütze dich gern, aber nicht bei Dingen, die du allein schaffen kannst.
Wenn Teenies chillen
Nein, diese üble Phrase sollte uns auch im größten Stress nie mehr rausrutschen. Denn der Satz wertet unsere Teenager als Person ab, anstatt ihr Verhalten zu beschreiben. Dadurch können sich gerade Jugendliche beschämt oder entmutigt fühlen und ein negatives Selbstbild („Ich bin faul“) verinnerlichen. Und natürlich hilft dieser Satz überhaupt nicht dabei, das gewünschte Verhalten zu lernen.
Diese Alternativen drücken besser aus, was wir meinen, und zwar ohne zu verletzen:
Ich habe den Eindruck, dass dir gerade die Motivation fehlt. Woran liegt’s?
Ich merke, dass wenig vorangeht. Was wäre ein kleiner erster Schritt für heute?
Was wir unseren Teenies viel öfter sagen sollten:
Keine Frage: Das Zusammenleben mit Teenagern in der Pubertät ist oft herausfordernd, weil sie sich stark verändern und nach mehr Unabhängigkeit suchen. Unsere Kinder hinterfragen jetzt Regeln, testen Grenzen aus und reagieren sensibler auf Kritik. Gleichzeitig schwanken ihre Gefühle schnell, was zu Missverständnissen und Konflikten führen kann.
Wir Eltern müssen empathisch sein, geduldig bleiben und trotzdem Orientierung geben. Und natürlich ist eine klare, respektvolle Kommunikation gefragt, damit wir mit unseren Teenies in Beziehung bleiben und Regeln und Erwartungen verständlich sind.








