Der Generationenkonflikt zwischen Boomern und ihren Kindern spielt sich längst nicht mehr nur am Esstisch ab. Während die einen noch Faxgeräte bedienen können, verzweifeln die anderen an der fünften WhatsApp-Sprachnachricht des Tages. Zeit für ein paar Vorsätze, die das Zusammenleben im neuen Jahr deutlich entspannter machen könnten.
„Kannst du mir mal kurz zeigen, wie ich dieses Internet auf meinem Handy finde?“ oder „Warum muss ich jetzt schon wieder ein neues Passwort erstellen?“ Die digitale Kluft zwischen den Generationen ist real – aber nicht unüberwindbar! Mit ein paar einfachen Vorsätzen können Boomer nicht nur ihre Beziehung zu den jüngeren Generationen verbessern, sondern auch selbst mehr Spaß am modernen Leben haben.
1. Digitale Gelassenheit entwickeln – der Bildschirm beißt nicht!
Der Panik-Blick, wenn das Smartphone ein unerwartetes Update ankündigt? Die Angst, dass ein falscher Klick das gesamte Internet löschen könnte? Kennen wir alle. Dabei ist digitale Technik viel verzeihender als ihr denkt.
Probiert doch mal aus, einfach auf einen unbekannten Button zu klicken (aber bitte nicht in irgendwelchen Emails – Stichwort Phishing!). In 99 Prozent der Fälle passiert nichts Schlimmes – versprochen! Und falls doch, gibt es fast immer eine „Zurück“-Funktion. Eure Kinder werden es euch danken, wenn sie nicht mehr jedes Wochenende als kostenloser IT-Support anrücken müssen.
2. WhatsApp-Sprachnachrichten auf Diät setzen
„Hallo Schatz, ich wollte nur kurz sagen, dass ... ach, da fällt mir ein, gestern im Supermarkt ... und übrigens, die Tante Erna hat angerufen ...“ – 7 Minuten später ist die Sprachnachricht endlich zu Ende, und eure Kinder haben längst aufgehört zuzuhören.
Setzt euch das Ziel, Sprachnachrichten unter einer Minute zu halten. Oder noch besser: Probiert doch mal die Texteingabe aus! Die Spracherkennung funktioniert mittlerweile erstaunlich gut, und eure Kinder können eure Nachrichten dann auch mal diskret im Büro lesen, ohne dass der halbe Großraum eure Familiengeschichten mithören muss.
3. Das Auto ist kein Schlachtfeld – Fahrstil-Update 2026
„Früher war weniger Verkehr!“ Das mag stimmen, hilft aber heute nicht weiter. Statt bei jedem Überholmanöver einen Kommentar abzugeben oder den Blinker als dekorative Fahrzeugausstattung zu betrachten, könntet ihr 2026 einen entspannteren Fahrstil kultivieren.
Lasst andere Fahrer auch mal einscheren, ohne die Lichthupe zu betätigen. Und ja, auch E-Autos haben mittlerweile eine ordentliche Reichweite – sie sind nicht nur „Tablets auf Rädern“. Eure Kinder werden die gemeinsamen Autofahrten plötzlich viel mehr genießen, wenn sie nicht bei jedem Ampelstart den Angstschweiß auf der Stirn haben.
4. Trends nicht sofort als „neumodischen Quatsch“ abtun
Cold Brew, Mindfulness, Work-Life-Balance – hinter diesen Begriffen steckt mehr als nur „die jungen Leute wollen nicht mehr arbeiten“. Vielleicht haben die nachfolgenden Generationen ja tatsächlich ein paar gute Ideen entwickelt?
Nehmt euch vor, mindestens einen neuen Trend pro Monat vorurteilsfrei auszuprobieren. Vielleicht schmeckt euch der Cold Brew tatsächlich besser als der kochend heiße Filterkaffee? Oder ihr entdeckt, dass Achtsamkeitsübungen gegen euren Bluthochdruck helfen? Eure Kinder werden begeistert sein, wenn ihr plötzlich ihre Lebenswelt besser versteht – und ihr entdeckt vielleicht sogar neue Gemeinsamkeiten. Und by the way: Neues ausprobieren hält Boomer geistig fitter als jedes Kreuzworträtsel oder Sudoku!
5. Social Media entrümpeln – Qualität statt Quantität
Euer Facebook-Feed besteht hauptsächlich aus politischen Diskussionen und fragwürdigen Gesundheitstipps? Zeit für einen digitalen Frühjahrsputz! Entfolgt den Dauerstreiter*innen und Verschwörungstheoretiker*innen und folgt stattdessen Accounts, die euch wirklich interessieren und guttun.
Stellt euch die Frage: Muss ich wirklich jeden politischen Post kommentieren? Muss ich jede Familienfeier mit 87 Bildern dokumentieren? Weniger ist oft mehr – und eure Kinder werden erleichtert sein, wenn sie nicht mehr ständig peinliche Kommentare von euch unter ihren Posts löschen müssen.
6. Den mutigen „Ungewöhnlichen Boomer-Move“ wagen
Wie wäre es mit einem TikTok-Video zusammen mit euren Enkeln? Oder einem VR-Brillen-Test im Elektronikmarkt? Manchmal ist es befreiend, einfach etwas völlig Untypisches zu tun und über sich selbst zu lachen.
Setzt euch das Ziel, einmal im Monat bewusst aus eurer Komfortzone zu treten. Ihr werdet überrascht sein, wie viel Spaß das machen kann – und wie sehr es die Verbindung zu euren Kindern und Enkeln stärkt, wenn ihr zeigt, dass ihr offen für Neues seid.
Kleine Schritte, große Wirkung
Niemand erwartet, dass Boomer über Nacht zu Digital Natives werden oder plötzlich alle Jugendtrends verstehen. Aber ein bisschen mehr Offenheit und Gelassenheit im Umgang mit der modernen Welt kann Wunder wirken – für euch selbst und für die Beziehung zu euren Kindern und Enkeln. Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, Neues zu lernen und alte Gewohnheiten zu hinterfragen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr dabei sogar, dass manches Neue tatsächlich besser ist als das Alte. Oder zumindest genauso gut, nur anders.









