Nicht alles war früher besser. Aber manches möchte ich nicht missen. Gerade an Weihnachten zeigten uns unsere Boomer-Eltern: Es braucht keinen Konsumrausch, um Kinderherzen zum Hüpfen zu bringen. Diese 3 Weihnachtsrituale kosten kein Vermögen, sind aber etwas ganz Besonderes und vielleicht genau das, was wir dieses Jahr alle brauchen.
„Oh, wie schön, das war das Christkind!“ – Altes neu verzaubern
Weihnachten früher: Unser Lieblingsspielzeug war plötzlich wieder ganz. Der Teddy hatte ein frisches Halstuch, die Babypuppe blitzte wieder und hatte ein neues Outfit an (das zuvor noch ein Säugling aus der Familie trug). Und wir? Wir waren aus dem Häuschen! Viele Boomer-Eltern machten aus vorhandenen Dingen ganz ohne große Worte neue Geschenke, mit ein bisschen Zeit, Liebe und Fantasie. Heute nennen wir das Upcycling, damals war’s einfach clever oder manchmal auch nötig. So wie heute bei vielen Familien.
Ich finde ja: Dieses Ritual zeigt Kindern, dass nicht immer alles neu sein muss, um wertvoll zu sein. Es schont den Geldbeutel und stärkt die Wertschätzung für Dinge, den Gedanken und die Mühe dahinter. Bis heute bin ich unseren Eltern dankbar für diese großartige Idee und weiß inzwischen, dass auch sie viel Freude dabei hatten. Solche „Aus Alt mach Neu“-Rituale kann sich jede Familie individuell überlegen und zum Leben erwecken. Vielleicht fällt euch etwas Gutes ein?
Zusammen schenken – gemeinsam statt jeder für sich
Was wir als Kinder geliebt haben: Wenn der eine große Wunsch wahr wurde, weil sich alle zusammengetan haben. Kein Sammelsurium aus Kleinigkeiten, sondern ein Geschenk mit Bedeutung. Unsere Eltern haben oft mit Onkel, Tante, Oma und Opa Geld zusammengelegt und damit einen Herzenswunsch erfüllt.
Heute können wir das genauso machen. Gerade in Zeiten von Inflation und Sparzwang ist es klug, Kräfte zu bündeln und Kindern bewusst zu machen: Große Wünsche brauchen manchmal Teamwork. Ganz davon abgesehen entstresst das auch die Erwachsenen. Statt zehn Ideen finden zu müssen, reicht eine – gut abgesprochen, gut durchdacht. Und ja, gern noch eine wunderbar passende Kleinigkeit, weil Schenken nun mal ja auch vielen besonders großen Spaß macht. Ertappt ;)
Vorgeliebte Schätze weitergeben – Secondhand mit Herz
Boomer‑Eltern hatten ein tolles Gespür dafür, Dinge länger zu nutzen und liebevoll weiterzugeben. Heute nennen wir’s preloved und lieben es, wenn der große Lego‑Satz, der schon spannende Abenteuer erlebt hat, an ein jüngeres Familienmitglied weitergeht und dort wieder „zum Leben erwacht“. So entsteht echtes Weihnachtsglück, nachhaltig und deutlich günstiger.
Ob Puppenwagen, Lego-Polizei, Schaukelpferd, Einkaufsladen oder Brio-Bahn: Secondhand‑Klassikergeschenke, die noch in gutem Zustand sind, sparen Geld und Ressourcen – und manche erzählen sogar eine Geschichte. Vielleicht gibt es ja sogar noch Kindheitsschätze von euch (aka Mama und Papa heute), die eure Boomer-Eltern aufbewahren, damit eure Kids damit spielen können.
Ich finde ja: All diese Kindheits-Rituale zeigen uns, dass Weihnachten vor allem von Nähe, Zeit miteinander und bewusstem Schenken lebt, und dass Sparen und Herzlichkeit sich wunderbar ergänzen, wenn das Geschenk perfekt zum Kind passt (denn das bleibt natürlich die Voraussetzung). Gerade in Zeiten, in denen der Konsumdruck groß ist, erinnern uns diese Traditionen daran, was wirklich zählt: gemeinsame Erlebnisse, liebevolle Gesten und echte Verbundenheit. Mag kitschig klingen, ist aber deshalb nicht weniger wahr. Frohe Weihnachtstage für euch.




