Der Weihnachtsbaum ist der festliche Mittelpunkt in vielen Wohnzimmern. Aber was früher als stilvoller Klassiker galt, lässt die jüngere Generation heute oft nur noch mit den Augen rollen. Während Mama und Papa (oder Oma & Opa) nostalgisch an den glänzenden Lametta-Vorhängen und den roten Kugel-Armaden hängen, setzen ihre erwachsenen Kinder auf minimalistische Eleganz und nachhaltige Alternativen.
Weihnachtsdeko ist mehr als nur Schmuck – sie erzählt Geschichten und spiegelt Werte wider. Was für die Boomer-Generation (geboren zwischen 1946 und 1964) noch der Inbegriff festlicher Gemütlichkeit war, wirkt auf ihre Kinder und Enkel*innen oft altbacken oder sogar umweltschädlich. Der Generationswechsel am Weihnachtsbaum zeigt sich besonders deutlich bei diesen 5 Deko-Klassikern, die heute kaum noch jemand freiwillig an seinen Baum hängen würde.
1. Strohsterne: Von der Kindergartenbastelei zum Deko-Dinosaurier
Wer kennt sie nicht – die geflochtenen Strohsterne, die in den 70er bis 90er Jahren in keinem Weihnachtsbaum fehlen durften? Oft selbstgebastelt und mit viel Liebe gefertigt, waren sie der Stolz vieler Eltern.
Heute wirken die gelblichen Strohgebilde auf viele jüngere Menschen schlicht „bieder“ oder „staubig“. Der rustikale Charme passt nicht mehr zum cleanen, skandinavischen Stil, der in vielen modernen Wohnzimmern dominiert. Was früher Tradition war, hat heute den unrühmlichen „Kindergarten-Bastel“-Vibe, den viele lieber vermeiden möchten. Es sei denn, die Familie ist Fan der Waldorf-Erziehung, in diesen Kreisen finden sich noch viele Fans des klassischen Strohschmucks.
2. Lametta: Der glänzende Umweltsünder, den niemand mehr vermisst
„Früher war mehr Lametta“ – sorry, den Spruch konnte ich mir nicht verkneifen. Boomer werden ihn verstehen. Loriot wusste einfach Bescheid: Nichts schrie lauter „Weihnachten in den 80ern“ als meterlange Lametta-Kaskaden, die von jedem Zweig hingen. Das aus Metall oder früher sogar aus Blei gefertigte Glitzermaterial war der absolute Renner – und gleichzeitig der Albtraum beim Abschmücken. Denn natürlich wurde es sorgfältig geglättet, verstaut und im nächsten Jahr wiederverwendet. Super nachhaltig – bis es eben doch entsorgt wurde.
Heute gilt Lametta als Umweltproblem und Mikroplastik-Schleuder. Der extrem altmodische 80er/90er-Look findet kaum noch Anhänger, zumal das mühsame Auf- und Abhängen der feinen Fäden vielen schlicht „auf die Nerven geht“. Moderne Weihnachtsbäume sind eher naturbelassen oder reduziert dekoriert. Lametta hat ausgedient.
3. Echte Kerzen: Feuergefahr statt Festtagsstimmung
Echte Wachskerzen am Weihnachtsbaum waren einst der Inbegriff traditioneller Weihnachtsstimmung. Das warme Licht echter Kerzen ließ Kinderaugen leuchten – und Eltern nervös werden. Und das Gefummel mit diesen Klemmhaltern, bis sie gerade saßen und genug Abstand zu den Zweigen hatten, um nicht direkt alles abzufackeln! Oh boy!
Was für die Boomer-Generation noch romantisch war, gilt heute als gefährlicher Anachronismus. Die Brandgefahr durch echte Kerzen am Baum ist vielen zu hoch, und der Look erinnert eher an „Omas Wohnzimmer“ als an zeitgemäße Festtagsdeko. Stattdessen setzen jüngere Generationen auf sichere LED-Lichterketten, die gleichmäßiges Licht ohne Risiko bieten und obendrein energiesparend sind und mit denen wir den Raum verlassen könne, ohne Angst vor einem flammenden Inferno.
4. Rote und goldene Glaskugeln: Zu viel des Guten
Sie waren der Klassiker schlechthin: Rote und goldene Glaskugeln, die in Massen den Baum schmückten. Je mehr, desto festlicher – so lautete die Devise der Boomer-Generation.
Heute gilt dieser Überfluss als „Standard-Boomer-Baum“ ohne Individualität. Der oft als kitschig oder überladen empfundene Look weicht minimalistischen Farbkonzepten oder thematischen Dekorationen. Statt wahllos Kugeln zu häufen, setzen jüngere Generationen auf durchdachte Arrangements mit weniger, aber dafür bewusst ausgewählten Elementen. Oder auf lustige Figuren von Gaming Controller über Gurke bis Pizza-Stück!
5. Holz- und Filzfiguren: Nostalgie trifft auf moderne Ästhetik
Die handgefertigten Holz- oder Filzfiguren, besonders die aus der DDR-Zeit, haben einen besonderen Platz im Herzen vieler Boomer. Jahr für Jahr wurden sie sorgsam aufbewahrt und wieder an den Baum gehängt.
Für viele jüngere Menschen wirken diese Figuren jedoch „muffig“ oder unästhetisch. Die oft stark abgenutzten Stücke passen selten zu modernen Einrichtungstrends. Trotz ihres nostalgischen Werts für die Elterngeneration finden sie in zeitgenössischen Weihnachtsbäumen kaum noch Platz.
Generationswechsel am Tannenbaum: Zwischen Tradition und Zeitgeist
Der Weihnachtsbaum bleibt ein Spiegel seiner Zeit und seiner Besitzer*innen. Was für die einen unverzichtbare Tradition ist, wirkt auf andere hoffnungslos veraltet. Dabei geht es nicht um „richtig“ oder „falsch“, sondern um persönlichen Geschmack und veränderte Werte. Vielleicht liegt der perfekte Kompromiss in einem Baum, der sowohl ein paar geliebte Erbstücke als auch moderne Elemente vereint – ein bisschen Nostalgie darf schließlich sein, besonders zu Weihnachten.
Letztlich zählt nicht, ob der Baum mit Lametta oder LED-Lichtern geschmückt ist, sondern die Freude und Wärme, die er ins Haus bringt. Ob Boomer, Gen X oder Millennial – der Zauber der Weihnachtszeit verbindet alle Generationen.








