Weihnachten ist oftmals ziemlich überladen mit Erwartungen und wir kommen Menschen nahe, die wir manchmal das ganze Jahr über selten gesehen haben. Da kann man schon mal zum Grinch werden, oder?! Diese typischen Weihnachts-No-Gos gehen vielen von uns jedes Jahr auf die Nerven ...
... dabei könnte es so einfach sein: Wenn jeder von uns sich an ein paar „Regeln“ hält, wäre das Ganze etwas entspannter. Erkennt ihr euch und eure Familie in diesen No-Gos wieder?
#1 Immer nur das schenken, was man selber gern hätte
Wie schön es wäre, wenn es den Weihnachtsmann oder das Christkind wirklich gäbe. Dann müsste er sich in überfüllte Malls stellen oder sich die langen Gesichter beim Auspacken der Geschenke ansehen. Doch leider wissen wir Eltern ja, dass wir es sind, die jedes Jahr die Online- und Offline-Shops durchstöbern nach den besten Angeboten, nur um unseren Lieben eine Freude zu machen. Schenken will aber gelernt sein.
Alle Schenkenden sollten sich die oberste Maxime zu Herzen nehmen: Versetzt euch in denjenigen, dem ihr eine Aufmerksamkeit machen möchtet und fragt euch: Was mag er oder sie und womit kann ich ihm oder ihr wirklich eine Freude machen? Oder hab ich das nur ausgewählt, weil ich mich selber darüber freuen würde? Wenn ich selber dem Schenkenden sehr ähnlich bin und 100 % weiß, dass wir gleiche Interessen und den gleichen Geschmack haben, okay. Aber wenn zwischen euch Welten liegen, geht das nach hinten los.
#2 Sich nicht an die Geschenkeliste halten
Ich selbst habe als Kind öfter schon eine Liste geschrieben, die „der Weihnachtsmann“ dann so nicht wirklich erfüllt hat. Irgendwie wusste ich das auch vorher, dass ich das alles nicht bekommen werde. Man kennt ja seine Eltern und weiß, was die von welcher Art Spielzeug halten. ;)
Wunschzettel sollen die Schenkenden nicht unter Druck setzen, die Geschäfte leer zu kaufen und alles von der Liste zu holen. Aber sie helfen dabei, die Herzenswünsche der Familie zu erfüllen und gerade für Oma und Opa kann das eine echt nützliche Stütze sein. Denn wenn die Kinder bei der Bescherung lange Gesichter machen und wenig Dankbarkeit zeigen, ist schlechte Laune vorprogrammiert.
Liebe Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, bitte versucht euch an die Geschenkeliste zu halten, die wir Eltern (zusammen mit den Kindern) erstellen. Dann bekommt jede*r das Geschenk, was er sich wirklich wünscht. Zumal es auch viel nachhaltiger ist, einfach gezielt nach Wunsch zu schenken, als wenn die Hälfte später im „Müll“ landet oder bei Kleinanzeigen. Das ist wirklich nicht böse gemeint!
#3 Immer dasselbe Festmahl auftischen
Weihnachten ist bei vielen Familien auch ein kulinarisches Fest mit Braten, Klößen und Co. Heiligabend gibt es meist immer wieder Dasselbe – einfach weil es schon immer so gemacht wird. Am ersten und zweiten Weihnachtstag überbieten wir uns dann alle mit Festtagsbraten und Weihnachtsschmaus. Aber was ist, wenn man davon einfach abweicht? Wieso nicht mal Burger oder Spaghetti-Bolognese? Ist das so schlimm oder weniger festlich?
Ich finde es ja schöner, wenn das Kind dann auch wirklich etwas isst, weil es seine Lieblingsnudeln kriegt, als wenn wir lange Gesichter und Tobsuchtsanfälle am Weihnachtstisch ertragen müssen. Mit Süßkram vollstopfen, weil das Mittagessen einfach so unbefriedigend war, ist ja ebenfalls keine Lösung. Weihnachtstraditionen mögen auch wir Millennials, aber wir möchten auch, dass die Kinder Weihnachten satt werden und man an ihre Essvorlieben denkt.
#4 Denken, dass jedes Familienmitglied immer noch dasselbe isst wie vor 20 Jahren
Da kommen wir auch schon zum nächsten No-Go: Manche Boomer-Eltern denken einfach immer noch, dass ihr Kind mit 45 noch genauso isst, wie damals mit 5. Aber dazwischen liegen Welten und Essgewohnheiten haben sich geändert. Manche Familienmitglieder essen mittlerweile kein Fleisch mehr und das kann man doch einfach akzeptieren, oder? Es ist auch wirklich gar nicht so schwer ein vegetarisches Weihnachtsessen zu servieren oder ein paar Komponenten wegzulassen.
Warum immer wieder die Diskussion, wer etwas warum nicht isst? Das macht uns alle nur verrückt und sorgt nicht für Harmonie. Wir Eltern sollten die Kinder nicht zwingen, edles, teures Steak zu essen, wenn sie das einfach „Bäh“ finden. Dasselbe gilt auch für die Großeltern, die sich erinnern könnten, dass wir manche Dinge schon immer nicht mochten oder uns mittlerweile anders ernähren.
#5 Viel zu viele Geschenke besorgen
Diesen Fehler machen meist eher Eltern und Großeltern kleiner Kinder. Weil man nie weiß, was man dem Kind gerade besonders gefällt, kauft man viel zu viel. Im Spielzeugladen ist die Auswahl einfach auch riesig und die Verkäufer preisen einfach alles an. Dagegen hilft die besagte Geschenkeliste bzw. der Weihnachtswunschzettel.
Lasst eure Kinder einen ausfüllen und verteilt ihn auch an die Großeltern, so ist allen geholfen. Gebt aber vor, dass jeder nur maximal zwei Geschenke davon besorgen darf, sonst ist es wieder viel zu viel. Kinder lernen Weihnachten nicht schätzen, wenn wir sie überhäufen. Am Ende ärgern wir uns, wenn sie mit dem teuren Spielzeug einfach nicht spielen oder die Geschwister streiten untereinander, weil einer das angeblich „bessere“ Geschenk bekommen hat.
Video: Weihnachtsfilmtipp für die ganz Kleinen
#6 Auf Traditionen beharren, obwohl die Familie es mal anders machen möchte
Nicht jeder mag Weihnachten bzw. möchte die Feiertage so verbringen, wie es sich Eltern und Großeltern oder Geschwister wünschen. Natürlich geht es an Weihnachten darum, in der Familie zusammenzukommen. Da sich viele das restliche Jahr über nicht sehen, ist diese Zeit dann wirklich etwas Besonderes, das man zusammen feiern möchte.
Wenn aber die Kinder mal Weihnachten allein in einer Hütte in den Bergen oder auf einer warmen Insel verbringen möchten? Ohne Opa, Oma, Tanten und Onkels? Warum nicht, wenn das ihr größter Wunsch ist? Man könnte sich ja auch danach an Silvester treffen und gemeinsam feiern.
Ähnlich ist es mit Traditionen wie dem Kirchengang, der Weihnachtsmesse, dem Weihnachtsmann spielen bei der Bescherung oder dem Spaziergang am Nachmittag. Wenn einige Familienmitglieder das nicht möchten, muss man wirklich nicht darauf beharren. Es sorgt für mehr Entspanntheit, wenn man vorher einmal fragt, ob jeder das gut findet. Mann kann sich ja auch aufteilen – die Hälfte geht zur Kirche und die anderen machen einen Spaziergang oder schauen einen Weihnachtsfilm. Wenn sich die halbe Familie an Weihnachten nicht wohlfühlt, ist der Sinn vom Fest verfehlt.
#7 Viel zu hohe Erwartungen haben
Sobald die Tage im Herbst kürzer werden und es auf den November zugeht, freuen sich viele doch schon auf Weihnachten! Manche machen sich Wochen vorher schon Pläne und Gedanken, wie alles ablaufen soll, was gekocht wird, wer was schenkt und wie die Kinder beschäftigen werden.
Doch letztlich erzeugen diese hohen Erwartungen an das Weihnachtsfest nur negativen Druck, dass es etwas Besonderes werden muss. Nicht zu viele Pläne machen, den Tag nicht so vollstopfen und weniger Essen kochen. Dann hängt auch die ganze Vorbereitung nicht nur an den Großeltern bzw. Eltern. Sonst hören wir uns nur wieder an, was das für eine Arbeit war – obwohl wir all das, gar nicht verlangt haben und es gern auch mal anders machen würden.
#8 Sich mit Verwandten treffen, obwohl man sich eigentlich gar nicht kennt
Bei meinem persönlichen Weihnachtsfest ist das zwar nicht der Fall, aber ich kenne einige, die Weihnachten in richtig großer Runde feiern. Wir sind lediglich mit unserer Tochter und den Eltern zusammen und sehen uns sowieso regelmäßig. Doch manche Familien treffen sich auch mit Cousinen, Onkels, Tanten uvm. Nicht immer ist das angenehm, vor allem für Familienmitglieder, die sich sehr selten sehen oder wo es diverse Differenzen gibt.
Wäre es da nicht viel ehrlicher, zu sagen, man trifft sich nur im kleinen Kreis? Bzw. wenn es einem so unangenehm ist, kann man doch ehrlich sein und sagen, man bleibt dieses Jahr zu Hause oder möchte es anders machen.
Kinder haben feine Antennen und mögen manche Menschen einfach nicht. Dann solltet ihr das ernst nehmen und sie nicht zwingen, mit andern Kindern oder Erwachsenen Zeit zu verbringen, nur weil man einen Verwandtheitsgrad hat.
#9 Unangenehme Themen ansprechen
Genau das passiert häufig bei Menschen, die man nicht oft sieht. Als Unterhaltungsthemen am Mittags- oder Kaffeetisch wird dann meist nach Beziehungsstatus, Arbeit, oder Privatleben gefragt. Man weiß doch gar nicht, ob da gerade alles in Ordnung ist. Was aber, wenn das so gar keine unverfänglichen Themen für den- oder diejenigen sind? Auch bohren manche Eltern an solchen Festivitäten gerne bei den Themen Nachwuchs und Kinderwunsch nach. Lasst das, bitte!
Das ist besonders peinlich, wenn ihr euren neuen Partner bzw. die Partnerin mitbringt und dann solche Fragen gestellt werden. Wir sollten solche Themen nie so nebenbei ansprechen, weil man auch in der eigenen Familie ja nicht weiß, wie da der Stand gerade ist. Keine*r muss darauf eine Antwort geben, wenn er oder sie nicht möchte, eventuell kann das in ein Fettnäpfchen führen und die ganze festliche Stimmung ist dahin.
#10 Beim Ablauf nicht nach den Wünschen der Kinder zu fragen
Gerade kleine Kinder werden selten gefragt, wenn es um Abläufe für ihren Geburtstag oder Weihnachten geht. Wir denken, dass wir das eh besser wissen und alles organisieren müssen. Also fragen wir gar nicht erst. Wie wäre es denn, wenn wir sowohl die Kleinsten als auch die größeren Teenager-Kinder in die Feiertagsabläufe einbeziehen?
Eventuell kommt es dann nicht zum Eklat, wenn sie mitentscheiden dürfen, wann was gegessen wird, wann und ob man spazieren geht oder nicht. Natürlich wollt ihr nicht, dass sie sich wünschen den ganzen Tag zu streamen oder am Handy zu spielen. Aber lasst sie doch teilweise mitentscheiden und kommt ihnen ein wenig entgegen, mit Kompromissen. Dann fühlt sich jeder ernst genommen und es könnte etwas stressfreier werden.
#11 Nicht durchatmen und viel zu viel Stress verbreiten
Wer jedes Jahr wieder völlig genervt von Weihnachten ist, und die obigen No-Gos alle irgendwie von sich oder seinen Lieben kennt: Einfach mal durchatmen, weniger planen, weniger listen und auf das besinnen, worum es geht: Mit den Menschen, die man zu seiner Familie zählt (das können auch Freunde sein) ein paar ruhige schöne Tage verbringen und gemeinsam die Dinge tun, die man gern macht.
Ob das Spiele sind, draußen Herumtoben, Schlitten oder Rad fahren, sich drinnen einkuscheln und lesen oder vorlesen, Filme und Serien gucken oder auch ein übertrieben üppiges Mahl kochen. Wenn ihr das wirklich alle wollt und sich jede*r damit wohlfühlt, dann gestaltet eure Feiertage doch so, wie ihr das für richtig haltet. Redet vorher einfach ganz ehrlich darüber und fragt einander, was ihr euch wünscht. Auf ein frohes stressfreies Weihnachtsfest!













