Die Tage werden kürzer und dunkler – für viele Menschen beginnt mit dem Herbst mental eine schwierige Zeit. An diesen 7 Anzeichen merkst du, dass du auf eine Winterdepression zusteuerst. Je früher du sie erkennst, desto eher kannst du bewusst gegensteuern.
Die saisonale Depression, auch Winterdepression genannt, trifft in Deutschland etwa jeden Zwanzigsten. Während andere die gemütliche Jahreszeit mit Kerzenschein und Kakao genießen, kämpfst du vielleicht gerade mit bleiernder Müdigkeit und Antriebslosigkeit, die mehr ist als nur vorübergehende schlechte Laune. Das Gute ist: Eine Winterdepression lässt sich behandeln, und je früher du die Anzeichen erkennst, desto besser kannst du bewusst gegensteuern, um deine Lebensfreude auch in den dunklen Monaten zu erhalten.
#1
Wenn du morgens kaum aus dem Bett kommst und dich den ganzen Tag wie mit dem Kopf in den Wolken fühlst, könnte das ein erstes Anzeichen für eine Winterdepression sein. Anders als bei normaler Müdigkeit hilft hier nämlich auch kein Ausschlafen am Wochenende. Die Erschöpfung sitzt tiefer und hängt mit dem veränderten Lichteinfall zusammen, der deinen Hormonhaushalt durcheinanderbringt.
Selbstfürsorge-Tipp: Versuche jeden Morgen, auch wenn der Himmel grau ist, mindestens 20 Minuten nach draußen zu gehen. Das natürliche Tageslicht – selbst an bewölkten Tagen – kann deinen Melatoninspiegel regulieren und die Müdigkeit lindern. Auch eine Tageslichtlampe mit mindestens 10.000 Lux, die du auf deinen Schreibtisch oder neben die Couch stellst, kann deinen Tag im wahrsten Sinne des Wortes erhellen.
Buchtipp: "Ein guter Winter" von Ein guter Verlag ist ein Selbstfürsorgetagebuch für den Winter, das den Umgang mit schweren Gefühlen in der dunklen Jahreszeit erleichtern kann, indem es dich dabei unterstützt, gesunde Routinen für mehr Selbstfürsorge und Wohlbefinden zu etablieren.
#2
Plötzlich kannst du nicht mehr auf Schokolade und Süßes verzichten und Pasta ist dein neuer bester Freund? Bei einer Winterdepression verlangt der Körper oft nach schneller Energie in Form von Kohlenhydraten. Das liegt daran, dass der Serotoninspiegel – unser Glückshormon – im Winter sinkt, und Kohlenhydrate kurzfristig für einen Boost sorgen.
Selbstfürsorge-Tipp: Statt dich für den Heißhunger zu verurteilen, plane bewusste Mahlzeiten mit komplexen Kohlenhydraten wie Vollkornprodukten ein, die den Blutzuckerspiegel stabiler halten. Kombiniere sie mit proteinreichen Lebensmitteln und gesunden Fetten, um länger satt zu bleiben und deprimierende Energietiefs zu vermeiden.
Gesunde Snacks, die gut für dich sind:
- Banane mit ein paar Walnüssen – liefert schnelle Energie und stimmungsförderndes Tryptophan
- Naturjoghurt mit Beeren – leicht, süß und enthält gesunde B‑Vitamine
- Wenn Schoki, dann eher dunkle (mit mindestens 70 % Kakaoanteil) – am besten nur eine kleine Menge für den milden Stimmungsboost
- Vollkornbrot mit Avocado – sättigend, enthält gute Fette und stabilisiert den Blutzucker
- Hummus mit Gemüsesticks – protein- und vitaminreich, beugt Müdigkeit vor
#3
"Heute nicht, vielleicht ein andermal" – wenn dieser Satz zu deinem Mantra geworden ist, könnte eine beginnende Winterdepression dahinterstecken. Der soziale Rückzug ist ein klassisches Symptom, weil soziale Interaktionen plötzlich anstrengend erscheinen und mehr Energie kosten, als du aufbringen kannst.
Selbstfürsorge-Tipp: Setze dir realistische soziale Ziele. Statt große Feiern oder lange Abende mit Freunden zu planen, beginne mit kurzen, überschaubaren Treffen. Ein Spaziergang mit einer Freundin oder ein kurzer Kaffee können bereits positive Effekte haben, ohne dich zu überfordern. Erkläre deinen Liebsten, dass es nicht an ihnen liegt, sondern an deiner aktuellen Energiebilanz.
#4
Wenn kleine Alltagsprobleme plötzlich riesig erscheinen und du schneller aus der Haut fährst als sonst, könnte das ein Zeichen für eine Winterdepression sein. Die hormonellen Veränderungen durch den Lichtmangel können deine emotionale Regulationsfähigkeit beeinträchtigen und selbst Kleinigkeiten werden zu Auslösern für Frustration.
Selbstfürsorge-Tipp: Schaffe dir kleine Auszeiten im Alltag, in denen du zur Ruhe kommen kannst. Schon fünf Minuten bewusstes Atmen oder eine kurze Meditation können helfen, deine Emotionen zu regulieren. Kommuniziere offen, dass du gerade empfindlicher bist und bitte um Verständnis und Unterstützung.
Praktische Gadgets gegen Winterblues für zu Hause sind:
- Tageslichtlampen mit mindestens 10.000 Lux
- Vitamin-D-Präparate (nach Rücksprache mit deinem Arzt)
- Duftkerzen mit stimmungsaufhellenden Aromen wie Citrus oder Vanille
- Wärmende Tees mit Johanniskraut (Achtung: Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich und in der Schwangerschaft nicht empfohlen!)
#5
Auch Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit können Anzeichen einer Winterdepression sein, wenn sie ständig und über einen längeren Zeitraum auftreten. Dein Gehirn arbeitet auf Sparflamme, weil es mit dem Energiemangel zu kämpfen hat, und das kann sich im Alltag bemerkbar machen.
Selbstfürsorge-Tipp: Reduziere die kognitive Belastung, indem du wichtige Dinge aufschreibst und Routinen etablierst. Plane bewusst Pausen ein, in denen dein Gehirn sich erholen kann. Bewegung an der frischen Luft fördert Durchblutung und Konzentrationsfähigkeit – ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause kann also bereits Wunder wirken.
#6
Obwohl du ständig müde bist, kannst du nachts nicht richtig schlafen oder wachst früh auf? Ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus ist ein typisches Anzeichen einer Winterdepression. Der veränderte Lichteinfall verwirrt deinen Körper bei der Produktion von Schlafhormonen, was zu einem Teufelskreis aus Müdigkeit und Schlafproblemen führen kann.
Selbstfürsorge-Tipp: Etabliere eine regelmäßige Schlafenszeit und Morgenroutine – auch am Wochenende. Vermeide blaues Licht von Bildschirmen mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen und schaffe ein gemütliches Schlafumfeld. Eine entspannende Abendroutine mit einem warmen Bad oder beruhigendem Tee kann den Übergang in die Nachtruhe erleichtern.
#7
"Ist doch eh alles egal" – wenn selbst Dinge, die dir normalerweise Freude bereiten, plötzlich bedeutungslos erscheinen, ist das ein deutliches Warnsignal. Die Unfähigkeit, Freude zu empfinden, ist ein Kernmerkmal der Winterdepression. Nichts scheint mehr wichtig oder lohnenswert, und selbst Entscheidungen wie "Was koche ich heute?" können überwältigend werden.
Selbstfürsorge-Tipp: Setze dir bewusst kleine, erreichbare Ziele und feiere jeden noch so kleinen Erfolg. Plane eine Aktivität pro Tag, die dir früher Freude bereitet hat – auch wenn du jetzt keine Lust darauf hast. Oft stellt sich das positive Gefühl wieder ein, sobald du aktiv wirst. Führe ein "Gute-Momente-Tagebuch", in dem du täglich drei positive Dinge notierst, egal wie klein sie erscheinen mögen. Dies trainiert dein Gehirn, wieder auf positive Reize zu achten.
Winterdepression ernst nehmen und aktiv gegensteuern
Mit den richtigen Routinen und Strategien kannst du die dunkle Jahreszeit besser überstehen. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Tageslicht, eine ausgewogene Ernährung und soziale Kontakte sind deine besten Verbündeten im Kampf gegen den Winterblues.
Wichtiger Hinweis, wenn du nicht mehr weiter weißt: Ernsthafte psychische Notfälle erfordern sofortige Hilfe. In akuten psychischen Krisensituationen ist die Notrufnummer 113 eine erste Anlaufstelle. Das Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe erreichst du unter 0800 / 33 44 533. Eine Winterdepression ist keine Einbildung oder Charakterschwäche, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die behandelt werden kann!
Wenn die Symptome trotz Selbsthilfemaßnahmen anhalten oder sich verschlimmern, scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Manchmal braucht es eine weitergehende Therapie oder medikamentöse Unterstützung, um die dunkle Zeit zu überstehen. Denk daran: Es ist wichtig, dass du auf dich achtest und dir Hilfe holst, anstatt zu versuchen, alles alleine zu schaffen.










