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Haus und Garten

Wie hoch darf eine Hecke sein?

 Ein Mann schneidet eine Hecke, während er von seiner Nachbarin beobachtet wird.
Wird die Hecke korrekt geschnitten? (© IMAGO / Thomas Trutschel)

Eine Hecke schützt vor Sonne, Wind und neugierigen Nachbarn. Doch wie hoch darf eine Hecke eigentlich wachsen?

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Wer legt fest, wie hoch Hecken wachsen dürfen?

Eine einheitliche Festlegung, wie hoch Hecken werden dürfen, gibt es nicht. Es gibt aber einige rechtliche Grundlagen, die in diesem Zusammenhang gelten. Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt in seinen Paragrafen 903 bis 924, was Nachbarn beachten müssen, wenn sie etwas bauen oder anpflanzen.

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In den Nachbarrechtsgesetzen der Länder wird es dann konkreter und es tauchen große Unterschiede auf. Nur in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern oder Hamburg gibt es keine länderspezifischen Regelungen.

Kommt es zu Streitigkeiten zwischen Nachbarn, kann auch die Landesbauordnung herangezogen werden. Dort sind nicht nur die Abstände von Häusern zur Grundstücksgrenze, sondern auch die mögliche Höhe von Hecken und Zäunen definiert.

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Welche Vorschriften gelten in den einzelnen Bundesländern?

Generell ist es nicht erlaubt, die Hecke direkt auf der Grenze zum Nachbargrundstück zu pflanzen. Eine Ausnahme ist, wenn du dich mit deinem Nachbarn auf eine gemeinsame Hecke geeinigt hast. Ansonsten musst du auf einen Mindestabstand achten. Dieser sollte mindestens einen halben Meter betragen. Dies betrifft in der Regel Hecken mit einer Wuchshöhe unter zwei Metern. Pflanzt du die Hecke weiter in das eigene Grundstück, darf sie auch höher wachsen.

Erkundige dich in jedem Fall individuell, weil es in jedem Bundesland Unterschiede gibt. In Schleswig-Holstein gibt es für Hecken bis 1,20 Meter keine gesetzlichen Vorgaben. Wachsen die Hecken höher, muss der Grenzabstand 1/3 der gesamten Höhe ausmachen.

In Sachsen-Anhalt sind bei Hecken bis 1,50 Meter Höhe 50 Zentimeter Abstand zum Nachbargrundstück einzuhalten. Hecken bis drei Meter müssen mindestens einen Meter von der Grundstücksgrenze entfernt stehen.

In Bayern und Baden-Württemberg sind die Limits für den Heckenwuchs im Landesnachbarrecht nachzulesen.

Was passiert, wenn meine Hecke zu hoch gewachsen ist?

Ist die Hecke höher als die jeweiligen Vorgaben, kann der Nachbar einen Rückschnitt auf die festgelegten Maße verlangen. Handelt es sich um ältere, wuchsfreudige Hecken, kannst du dich auf die Verjährung des Rückschnittsanspruchs berufen. In den meisten Bundesländern tritt dieser nach fünf Jahren ein. Hecken, die höher als vier Meter sind, werden vor dem Gesetz in der Regel als Bäume behandelt.

Hecken sind ein beliebter Ersatz für einen Zaun und dienen der Abschirmung vor fremden Blicken. Doch nicht alles ist erlaubt. Erkundige dich in deinem Bundesland, welche Höhe für Hecken an Grundstücksgrenzen gestattet ist. Im Streitfall kann der Nachbar sonst die Kürzung der Hecke verlangen.