Wenn die Festtage nahen, erwachen sie wieder zum Leben: Die ungeschriebenen Weihnachtsgesetze der Boomer-Generation. Während wir unsere Eltern und Großeltern natürlich lieben, gibt es bestimmte Traditionen, die uns Jahr für Jahr aufs Neue die Festtagslaune vermiesen können. Hier sind 6 Klassiker, die wir alle kennen – und heimlich fürchten.
Die Weihnachtszeit sollte eigentlich besinnlich und entspannt sein. Doch sobald wir die Türschwelle des elterlichen Heims übertreten, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Plötzlich gelten wieder dieselben Regeln wie vor 30 Jahren, und wir fühlen uns wie Zeitreisende in einer Welt voller festgefahrener Traditionen. Besonders diese 6 Boomer-Rituale bringen uns regelmäßig an unsere Grenzen.
1. Das endlose Festmahl: Wenn drei Gänge nicht genug sind
Die Boomer-Generation kennt beim Weihnachtsessen keine Kompromisse. Drei Tage Vorbereitungszeit für ein Menü, das eine ganze Fußballmannschaft sättigen könnte. Gans, Klöße, Rotkohl – alles nach Rezepten, die seit Generationen weitergegeben werden und an denen nicht gerüttelt werden darf. Oder es gibt etwas extra einfaches wie Würstchen und Kartoffelsalat, was uns nach 30 Jahren so richtig zum Hals raushängt.
„So haben wir das immer gemacht!“ Das ist das Mantra, das jeden kulinarischen Innovationsversuch im Keim erstickt. Wehe dem, der vorschlägt, dieses Jahr vielleicht etwas Veganes oder Kinderfreundliches (die Eltern unter uns, wissen, wovon wir reden) auszuprobieren oder – noch schlimmer – einfach zu bestellen! Nach drei Tagen Kochstress und 15 Minuten hastigen Essens bleibt nur die Frage: Wer schleicht sich später heimlich zur Dönerbude, um dem Verdauungskoma zu entkommen?
Wie wäre es dieses Jahr mit einem Weihnachtsmahl wie bei Harry Potter? Kein Problem mit dem Kochbuch „Zauberhafte Weihnachten wie bei Harry Potter“.
2. Das Marathon-Geschenke-auspacken: Ein Ritual mit strengem Protokoll
Während Kinder am liebsten alle Geschenke gleichzeitig aufreißen würden, haben Boomer ein ausgeklügeltes System entwickelt: Eine Person packt aus, alle anderen schauen zu. Einzeln. Mit Kommentaren. Zu jedem. Einzelnen. Geschenk.
„Zu meiner Zeit gab es sowas nicht!“ oder „Das ist ja praktisch!“ sind Standardkommentare, während die Kinder verzweifelt auf die Batterien warten, die natürlich niemand vorab besorgt hat. Was in 15 Minuten erledigt sein könnte, wird zu einem dreistündigen Theaterstück mit Zwangsapplaus. Die Stimmung schwankt zwischen Theaterprobe und Inventur im Kaufhaus, nur ohne die Möglichkeit, früher zu gehen.
Damit das Auspacken schneller geht und ihr auch der Umwelt ein schönes Weihnachtsgeschenk macht, empfehlen wir diese wiederverwendbaren Geschenkverpackungen mit coolen Weihnachtsmotiven in verschiedenen Größen.
3. Das Pflichtfoto vor dem Baum: Lächeln, bis die Wangen schmerzen
Jedes Jahr dasselbe Spiel: Niemand darf auch nur einen Bissen essen, bevor nicht das perfekte Familienfoto vor dem Weihnachtsbaum geschossen wurde. „Rückt mal enger zusammen! Nein, nicht so! Lächeln! Noch eins, zur Sicherheit!“ Während die Boomer-Eltern mit Begeisterung die Kamera zücken, wächst der Hunger und die Ungeduld bei allen anderen.
Besonders die Kinder leiden unter dem Fotostress. In ihren kratzigen Festtagspullovern müssen sie still stehen und lächeln, während die Geschenke nur wenige Meter entfernt locken. Am Ende entstehen 87 nahezu identische Bilder, die später akribisch nach dem „besten“ durchforstet und die ALLE im Familien-Chat geteilt werden.
4. Die Deko-Offensive: Wenn der Garten zum Raumschiff-Landeplatz wird
Für Boomer scheint zu gelten: Mehr ist mehr, besonders bei der Weihnachtsbeleuchtung. Was als ein paar dezente Lichterketten beginnt, entwickelt sich über die Jahre zu einer Lichtshow, die selbst die NASA beeindrucken würde.
„Die Nachbarn haben dieses Jahr neue Rentiere, wir brauchen jetzt einen blinkenden Schlitten!“ Die Stromrechnung im Januar interessiert jetzt noch niemanden. Während die Boomer stolz ihre Deko-Errungenschaften präsentieren („Das war alles im Angebot!“), suchen wir jüngeren heimlich nach Sonnenbrillen, um unsere überreizten Netzhäute zu schützen. Und wehe, jemand erwähnt den ökologischen Fußabdruck dieser Lichtorgien!
5. Der unvermeidliche TV-Jahresrückblick: Nostalgie in Endlosschleife
Sobald die Gans verdaut ist, kommt der obligatorische Fernsehabend. Nicht mit Netflix oder einem aktuellen Film, sondern mit dem TV-Jahresrückblick oder einer DVD aus dem Familienarchiv. „Damals war alles besser!“ – ein Satz, den die ganze Familie nun 90 Minuten lang in verschiedenen Variationen hören wird.
Die Tonqualität erinnert an ein Kofferradio aus den 80ern, die Witze stammen gefühlt aus dem letzten Jahrtausend, aber für die Boomer ist es das Highlight des Abends. Während sie in Erinnerungen schwelgen, suchen alle unter 50 heimlich nach dem Netflix-Button oder einer plausiblen Ausrede, um den Raum zu verlassen.
6. Die handschriftliche Weihnachtskarten-Pflicht: Analog in digitalen Zeiten
Für die Boomer-Generation ist Weihnachten ohne handschriftliche Karten undenkbar. Nicht etwa an die engsten Freund*innen, sondern an jeden entfernten Verwandten und Bekannten, den man seit 2004 nicht mehr gesehen hat. Der Standardtext „Frohes Fest und alles Gute, wir müssen uns unbedingt mal wieder sehen“ wird dutzende Male wiederholt.
Mittlerweile verschicken viele Boomer auch als WhatsApp-Nachricht – immer mit einem extrem kitschigen Motiv, am besten noch wild blinkend und nervig tönend und großzügig an ALLE in ihren Kontakten. Ganz wunderbar: Tante Hilde, Onkel Bertram und Cousine Gloria teilen das exakt gleiche Bildchen oder Filmchen dann auch wieder mit ALLEN in ihren Kontakten, sodass wir in der Weihnachtszeit jeden Tag mehrmals von den gleichen nervigen WhatsApp-Grüßen gefoltert werden.
Tradition trifft auf neue Zeiten
So sehr uns diese Traditionen manchmal nerven mögen, sie gehören zu unserer Familiengeschichte und werden eines Tages vielleicht sogar vermisst werden. Vielleicht liegt der wahre Weihnachtszauber ja genau in diesem Zusammenprall der Generationen: Während wir über die festgefahrenen Rituale der Boomer stöhnen, schaffen wir gleichzeitig neue Erinnerungen und, wer weiß, vielleicht sogar unsere eigenen skurrilen Traditionen, über die unsere Kinder eines Tages die Augen verdrehen werden. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten – mit allen Höhen, Tiefen und unvermeidlichen Familienritualen!









