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Resilienz-Booster aus dem TV: Warum Forscher die Kinderserie "Bluey" jetzt empfehlen

Bluey schauen macht unsere Kinder resilient
Mom Chilly mit ihren Kindern Bluey und Bingo beim Basteln, wie im echten leben halt (© Disney)

Die kleine Hündin Bluey und ihre Schwester Bingo ist bei vielen Familien aus dem Alltag gar nicht wegzudenken. Natürlich kann man fragen, ob ein Dreijähriges schon unbedingt eine Serie gucken "muss". Einen Grund dafür gibt es jedenfalls jetzt, und der ist wissenschaftlich erwiesen: Die Kinderserie vermittelt unseren Kleinsten sehr viele Fähigkeiten, vor allem Resilienz. Wie sie das macht und warum das gut ist, haben Forschende jetzt bestätigt.

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Bluey ist längst mehr als nur eine Zeichentrickserie. Mit Milliarden von Aufrufen weltweit hat die Geschichte der sechsjährigen blauen Hündin aus Brisbane und ihrer Familie die Herzen von Kindern und Eltern im Sturm erobert. Doch was macht diese Serie so besonders? Forscher*innen haben nun alle 150 Episoden unter die Lupe genommen und dabei entdeckt, dass "Bluey" ein echter Resilienz-Coach für unsere Kleinen ist.

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Wie "Bluey" Kindern Resilienz beibringt

Fast die Hälfte aller Bluey-Episoden (73 von 150) enthalten klare Botschaften zur Resilienz, so die Forscher der Studie. Sie nutzten dafür das Grotberg-Resilienz-Framework, das drei Schlüsselelemente umfasst:

"Ich habe" - Unterstützungssysteme um das Kind herum

In zwei Dritteln der Resilienz-Momente spielt ein Elternteil – meist Blueys Mama Chilli – eine entscheidende Rolle. Sie zeigt, wie wichtig fürsorgliche Erwachsene sind, wenn es schwierig wird.

Beispiel aus der Serie: In der Episode "Die Show" lässt Bingo versehentlich ein Frühstückstablett fallen und bricht in Tränen aus. Mama Chilli erklärt einfühlsam ihren eigenen Bewältigungsprozess: "Ich weine kurz, rappele mich auf, klopfe den Staub ab und mache weiter." Später wiederholt Bingo genau diese Worte, als wieder etwas schiefgeht.

"Ich kann" - praktische Bewältigungsstrategien

Bluey und ihre Schwester Bingo zeigen häufig, wie sie selbstständig mit Herausforderungen umgehen.

Beispiel aus der Serie: In "Keepy Uppy" platzt der letzte Ballon in einem Spiel. Die Kinder halten inne, verarbeiten den Moment und lächeln dann: "Das hat Spaß gemacht." In diesem kurzen Moment sehen wir Enttäuschung, emotionale Regulation und positive Neubewertung – alles wichtige Fähigkeiten für Resilienz.

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"Ich bin" - innere Stärken des Kindes

Die Charaktere in "Bluey" überwinden Herausforderungen auch durch ihre eigene innere Stärke.

Beispiel aus der Serie: In "Wippe" zeigt Pom Pom Entschlossenheit und Selbstvertrauen, um auf die Wippe zu klettern und ihre Freunde zu retten. Sie erklärt selbstbewusst: "Pomeranier sind eine kleine, aber robuste Rasse."

Alltägliche Momente, kraftvolle Botschaften

Bluey behandelt fast alle Kernelemente der Resilienz: vertrauensvolle Beziehungen, emotionale Kommunikation, Problemlösung, Selbstregulierung und Empathie.

Beispiel aus der Serie: In "Schäferhund" sagt Mama Chilli ihrer Familie, dass sie "20 Minuten" Zeit für sich braucht. Bluey macht sich Sorgen, dass sie etwas falsch gemacht hat. Später, beim Spielen, wiederholt Bluey sanft die Worte ihrer Mutter zu einer Puppe: "Es ist harte Arbeit, auf dich aufzupassen. Ich brauche nur 20 Minuten."

Dieser einfache Moment zeigt Selbstfürsorge, Perspektivübernahme und Empathie. Für Kinder ist es eine wichtige Botschaft zu lernen, dass auch Erwachsene Ruhe brauchen.

Warum Resilienz für Kinder so wichtig ist

Resilienz bedeutet nicht einfach nur "durchhalten". Es ist die Fähigkeit, mit Herausforderungen umzugehen, sich an Rückschläge anzupassen und sich von Schwierigkeiten zu erholen. Studien zeigen, dass resiliente Kinder:

  • Besser mit Stress umgehen können
  • Ihre Emotionen besser regulieren
  • Gesündere Beziehungen aufbauen
  • Sogar bessere schulische Leistungen erzielen
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Ohne diese wichtige Fähigkeit sind Kinder anfälliger für Ängste, Depressionen und schlechte Bewältigungsstrategien im späteren Leben. Gerade heute, wo immer mehr Kinder mit psychischen Herausforderungen konfrontiert sind, ist Resilienz wichtiger denn je. Eine nationale Umfrage aus dem Jahr 2023 ergab, dass mehr als jedes vierte Grundschulkind und jeder dritte Schüler an weiterführenden Schulen unter hohem psychologischen Stress leidet.

Katja Nauck

In "Bluey" erkennt man die eigene Familie wieder

Meine Tochter (mittlerweile fast 7) ist seit zwei Jahren großer Blueyfan und kennt alle Folgen auswendig. Sie erzählt häufig Geschichten nach oder spielt mit uns Spiele, die sie aus der Serie hat. Manchmal gibt sie sogar Dinge wieder, bei denen ich frage: Woher hast du das denn? Und sie sagt: Von Bluey. Die Serie ist wirklich erstaunlich liebevoll gemacht und ganz nah am emotionalen Erleben von Klein- und Vorschulkindern dran.

Aber auch ich als Erwachsene kann mich darin wiedererkennen, wenn Chilly sich mal wieder über das Chaos der Kinder ärgert oder so typische Erziehungsregeln, die man als Elternteil einführt. Auch meinen Mann erkenne ich teils in Bandit wieder, der ein lustiger und liebevoller Vater ist, der jeden Quatsch mitmacht.

Katja Nauck

Bluey gemeinsam schauen und dadurch lernen

Natürlich kann kein Bildschirm echte Beziehungen ersetzen. Das hier soll kein Aufruf sein, dass euer Drei- oder Vierjähriges jeden Tag längere Zeit vor "Bluey" geparkt werden soll. Wir als Eltern bzw. Erziehungsberechtigte sind immer noch die besten Vorbilder, wenn es um das Erlernen von Werten, sozialen Fähigkeiten und Stärken geht. Wenn ihr mit Medienkonsum bei den Kleinsten anfangt, ist diese Serie jedoch am ehesten geeignet. Die Folgen sind mit ca. 10 Minuten auch schön kurz, ideal für kleine Kinder.

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Wenn euer Kind aber schon mal was schauen darf, dann ist "Bluey" definitiv eine gute Wahl. Die Serie eignet sich gut, um bestimmte emotionale oder soziale Themen des Alltags und von Familien zu veranschaulichen. So was kennen die Kinder auch aus ihrem Leben. Genau deswegen können sich so viele Kinder so gut mit den Heelers identifizieren.

Ihr könnt euer Kind auch mal fragen, was es an dieser oder jener Folge so mag, wenn es sie 100 Mal schauen will. Oder ihr nutzt eine bestimmte Begebenheit aus der Folge und fragt euer Kind: "Warum glaubst du, ist Bluey/Bingo jetzt traurig?" So kommt ihr über Gefühle ins Gespräch und lernt etwas über euer Kind und euer Kind lernt etwas über soziale Interaktion und sich in andere hineinzuversetzen. Und wenn das Kind vielleicht im Alltag etwas erlebt, könntet ihr fragen: "Was glaubst du, würde Bluey/Bingo/Chilly/Bandit jetzt tun?"

Die Serie vermittelt, dass es in Ordnung ist, traurig, wütend, enttäuscht oder frustriert zu sein – wichtig ist, wie wir damit umgehen und wieder aufstehen.

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