Manchmal sind es nicht die großen Abenteuer mit den Großeltern, die im Gedächtnis bleiben – sondern diese leisen, warmen Momente, in denen ein Kind spürt: „Ich bin willkommen, ich gehöre dazu.“ Ob beim Keks in der Küche oder beim kleinen Ritual auf dem Hausflur – genau das macht Großeltern für ihre Enkel so unglaublich wertvoll.
Die zehn folgenden Gesten sind keine Superheldenmoves – sie sind das kleine Fundament, auf dem Großeltern‑Enkel‑Beziehungen wachsen. Ganz bestimmt findest du darunter welche, die perfekt zu euch passen. Vielleicht lebt ihr sie ja schon? Oder ihr etabliert neue, die eure Verbindung noch herzlicher und tiefer machen.
#1 Den Namen des Enkelkinds voller Liebe aussprechen
Wenn dein Enkelkind durch die Tür kommt und du seinen Namen sagst – bewusst, mit einem Lächeln – dann fühlt sich das Kind liebevoll willkommen geheißen. Ein solches herzliches Willkommen signalisiert: Du bist nicht einfach da – du wirst gesehen. Und wenn du dann noch ein kleines Detail erwähnst: "Du bist ja heute 5 Minuten früher hier, das freut mich aber" verstärkst du dieses warme Gefühl erst recht.
#2 Rituale etablieren, die Sicherheit ausstrahlen
Kinder erleben ständig Veränderungen – was gut funktioniert hat, kann morgen schon anders sein. Da hilft eine kleine Konstante ungemein: Samstags gibt es immer Spaghetti, nach dem Mittagessen spielen wir eine Runde Memory, als Dessert holt Oma diese rote Schokoladenkugel oder zur Begrüßung mache ich mit Opa immer High Five. Wiederkehrende Rituale sagen: In diesem Haus bist du Zuhause – auch wenn draußen gerade alles wackelt.
#3 Enkelkinder einen echten Beitrag leisten lassen
Wenn Kinder mithelfen dürfen – beim Salat waschen, beim Holz holen für den Kamin, beim Blumen gießen, beim Tisch decken – dann spüren sie: Ich bin nicht nur Gast hier, ich habe Bedeutung. Wenn Kids fühlen, dass sie eine wahre Unterstützung sind, pusht das ihr Selbstbewusstsein ungemein.
Wichtig: Gebt den Enkelkindern altersgerechte Aufgaben, die sie auch wirklich abschließen können. "Kannst du bitte die Brötchen in den Brotkorb räumen und auf den Tisch stellen?" ist überschaubar und klar, so dass sich ein Erfolgserlebnis einstellt.
#4 Einen Platz schaffen, der nur ihnen gehört
Vielleicht ist es eine Schublade mit Buntstiften, ein Haken im Flur für ihre Jacke oder der bunte Teller, der immer auf dem Platz des Kindes am Esstisch steht – ein „Ich‑gehöre‑hier‑hin“-Ort. Kinder spüren damit: Diese Wohnung ist nicht nur Besuchsort, sondern ein Zuhause.
DIY-Tipp: Gestaltet doch zusammen eine schöne kleine Kiste, z. B. einen Schuhkarton, mit dem Namen des Enkelkindes drauf. Hier kann es reinlegen, was es bei euch "braucht": kleine Spielzeuge, selbst Gebasteltes, einen schönen Stein oder eine Feder, die es beim Spaziergang mit euch gefunden hat. Der Griff zu diesem Karton fühlt sich beim nächsten Besuch sofort wieder nach "Zuhause" an.
#5 Zuhören – ohne gleich für alles eine Lösung parat zu haben
Ein Lehrer, der unfair war. Ein Freund, der nicht mit einem spielen wollte. Eine Mathearbeit, die schiefging. Kinder brauchen manchmal einfach ein Ohr, bei dem sie sich ohne Unterbrechung ausquatschen können – kein Urteil, keine Lösung, sondern Aufmerksamkeit.
Statt gleich mit Lösungsvorschlägen um die Ecke zu kommen, versetze dich durch emphatische Fragen in das Kind rein: „Was war denn am blödsten daran, dass Maja nicht mit dir spielen wollte?“ zeigt dein wahres Interesse an den Gefühlen des Enkelkinds. So viel Aufmerksamkeit und Respekt zu erhalten, fühlt sich großartig an. Und tröstet schon ungemein.
Bei Opa und Oma darf man, was bei Mama und Papa verboten ist. Sie sind immer da, wenn man sie braucht, trösten und vermitteln, sind weise, weitsichtig und gelassen. In diesem Buch werden die unterschiedlichsten Aspekte des Lebens mit und als Großeltern beleuchtet. Eigene Erfahrungen geschildert, Erlebnisse weitergegeben, Erkenntnisse aus der Wissenschaft zitiert. Zum Schmunzeln und Schmökern.
#6 Etwas bereithalten, das sagt: Ich hab an dich gedacht
Das Lieblings‑Müsli im Vorrat, ein Kartenspiel, das nur für die Besuche da ist – solche kleinen Dinge sind Zeichen: „Ich habe an dich gedacht, bevor du gekommen bist. Du bist ein fester Teil unseres Lebens.“ Diese Gesten sind keine Bestechungsversuche, sondern Signale, die sagen: Dein Besuch ist wichtig.
#7 Geschichten erzählen – und Raum für Fehler lassen
Erzähle kurze, echte Anekdoten: „Dein Urgroßvater spielte in einer Band. Wir haben seine Instrumente immer noch.“ Oder: „Als deine Mama so alt war wie du, lag mal so hoch Schnee, dass wir kaum aus der Haustür treten konnten.“ Solche anschaulichen Geschichten helfen Kindern, ihre Wurzeln zu spüren. Und wenn du eine kleine Panne zugibst („Ich hab mal Zucker statt Salz ans Hähnchen gemacht. Erst war ich tierisch sauer, aber schließlich hat die ganze Familie gelacht“), zeigst du: Fehler gehören dazu.
#8 Albern sein
Ein Nudelsieb als Hut beim Abspülen, den Liedtext falsch mitsingen, ein kleines Freudentänzchen bevor man dem Postboten öffnet – diese kleinen albernen Momente sind Gold wert. Kinder merken: Erwachsene müssen nicht perfekt sein. Und eure Beziehung bewegt sich sofort viel mehr auf Augenhöhe.
#9 Grenzen wahren – noch bevor Kinder sie kennen
„Darf ich dich umarmen?“ – statt "Ich muss dich jetzt einfach knuddeln" – wenn du das Enkelkind fragst, zeigst du ihm Respekt. Statt einem erzwungenen Kuss oder „Geh doch mal zur Tante“ sagst du: „Kein Ding, wenn du heute nicht magst.“ Damit erfährt das Enkelkind, dass es eine Bedeutung hat, wenn es "Nein" sagt und dass seine Grenzen wichtig sind. So beweist du, dass es dir vertrauen kann und förderst die Wahrnehmung der Körpergrenze.
#10 Ein leises Kompliment machen, das Wurzeln schlägt
Nicht: „Du bist so hübsch“ oder „Super Leistung“ – sondern: „Ich hab gesehen, wie du dran geblieben bist, obwohl das Puzzle nervig war.“ Diese Art von Lob stärkt Kinder und zeigt ihnen, dass sie durch ihr Verhalten Einfluss haben. Das gibt ihnen Selbstvertrauen und Stärke fürs Leben.
Großeltern-Enkelkind-Beziehung: ein geborgenes Gefühl fürs ganze Leben
Ihr müsst natürlich nicht alle Gesten auf einmal umsetzen – pickt euch eine oder zwei Ideen raus, die zu euch passen. Ein Ritual, ein kleiner Platz oder ein Kärtchen, in das ihr schreibt, wie toll sich das Kind um den kranken Hund gekümmert hat – das reicht schon.
Und glaubt uns: Die Wirkung hält länger an als jeder Ausflug. Nicht selten das ganze Leben.












