Mir geht es an Weihnachten wie vielen: Ich freue mich riesig auf die Familie – und gleichzeitig prallen an den Feiertagen viele Erwartungen aufeinander. Wie schnell das stressig werden kann, kennen wir alle. Dank Psychologin Stefanie Stahl bin ich inzwischen aber gut vorbereitet. Ihre Tipps aus dem Video‑Interview mit meiner Kollegin Andrea Zschocher sind zu meinen persönlichen Weihnachts-Mantren geworden. Mit diesen einfachen Mindset‑Shifts wird Weihnachten wirklich entspannter.
#1 Erstmal gilt: Enttäuschungen vorbeugen
Verwandte sind an Weihnachten auch nicht anders als sonst. Und meine Bullerbü‑Weihnachtsromantik-Vorstellung vom Fest passt oft nicht zu der meiner Family. Deshalb sage ich mir mit viel Wohlwollen: Je weniger ich erwarte, desto weniger kann ich enttäuscht werden. Meine Erfahrung ist: oft wird das Zusammensein dann sogar viel schöner.
#2 Die Frage der Fragen: Worauf kommt es wirklich an?
Klingt kitschig, ist aber deshalb nicht weniger wahr: Weihnachten ist das Fest der Liebe und Güte. Am Ende geht es immer um dasselbe – wir alle wollen gesehen und gemocht werden, so wie wir sind. Also fangen wir damit bei unseren Liebsten (und uns selbst) an. Jeder hat starke und schwächere Seiten. Auch wenn Tante Gertrud seltsame Angewohnheiten hat, Opas Ansichten dringend ein Update bräuchten oder die Schwester zum 15. Mal den gleichen unpassenden Typ mitbringt – jede Familie hat ihre eigenen „Grinch‑Momente“. Und genau deshalb lieben wir den Grinch ja auch.
Ich nehme mir fest vor, dieses Jahr mehr zuzuhören als gegenzuhalten und lieber ein ernst gemeintes Kompliment zu verteilen, als mit den Augen zu rollen. Positive Worte schaffen spürbar bessere Stimmung. Ich glaube, das kann schon echt viel verändern und ein friedlicheres Grundrauschen herstellen.
#3 Vorbereitung ist alles. Auch in Sachen Familien-Frieden
Natürlich kann ich mir vornehmen, ganz entspannt zu bleiben. Aber es gibt Situationen, die mich trotzdem triggern. Darum folge ich dem Rat von Stefanie Stahl: Ich nehme mir vor den Feiertagen kurz Zeit und überlege, was in den letzten Jahren für Stress oder unangenehme Gefühle gesorgt hat. Bei mir selbst, aber auch bei meiner Familie, weil ich versehentlich wunde Punkte getroffen habe. So kann ich mir zurechtlegen, wie ich im Zweifel besser reagieren könnte – oder was ich lieber lasse. Stefanie Stahl bringt ersteres auf den Punkt:
"Es kann auch schon eine Vorbereitung sein, dass man sich sagt, wenn ich zwei Gläser Wein getrunken habe, dann halte ich einfach die Klappe, falls ein blödes Thema aufkommt."
Es geht nicht darum, sich zu verbiegen, Gefühle wegzudrücken oder Unschönes schönzureden. Aber Weihnachten ist meist nicht der richtige Moment, um alte Konflikte zu lösen oder seine Liebsten von eigenen Ansichten zu überzeugen. Das führt eher zu neuen Streit und aufgerissenen Wunden ohne Pflaster-Option. Ich möchte auch überlegen, ob ich bestimmte Themen künftig wirklich angehen will, um weiterzukommen oder für andere da zu sein – nur eben nicht während der Feiertage.
#4 Wenn jemand sich Mühe gibt, will ich das mehr wertschätzen
"Gib echte Anerkennung, dann kommt sie oft zurück", rät Stefanie Stahl. Klingt vordergründig nach Taktik, setzt aber erfahrungsgemäß wirklich fast immer eine Positiv-Spirale in Gang. Ein einfaches „Danke, dass du so viel vorbereitet hast“ ist so wichtig und wiegt schwer, wenn es fehlt. Zum Beispiel, wenn deine Mutter stundenlang gekocht hat oder dein Vater den Weihnachtsbaum geschmückt hat. Ein kurzer Satz wie „Ich sehe, wie viel Gedanken und Arbeit du dir gemacht hast – danke dafür“ schafft sofort Wärme und Verbindung.
Auch kleine Gesten verdienen Anerkennung. Wenn jemand früher kommt, um zu helfen, oder sich liebevoll um die Kinder kümmert, will ich das dieses Jahr direkt sagen: „Das hilft mir total, danke.“ Je mehr wir uns gegenseitig sehen und wertschätzen, desto entspannter wird das Fest. Und genau das wünsche ich mir für dieses Weihnachten.





