Der Countdown für Weihnachten läuft – und mit ihm steigt auch die Anspannung für unsere Kids: Infektwellen, Weihnachtsfeiern, Adventskalender, Familienbesuche, mehr Süßes und weniger Schlaf als sonst bringen unsere Routinen schon vor der großen Geschenke-Aufregung durcheinander, sodass Wutanfälle und schlechte Laune an Weihnachten schon vorprogrammiert sind. Diese 5 Hacks helfen, eure Feiertage entspannter zu machen.
Weihnachten ist magisch, aber für uns Familien auch ganz schön viel. Während wir Eltern den Alltag im Hintergrund und den Zauber im Vordergrund wuppen, prasselt allein in Kita, Schule und im Supermarkt schon wahnsinnig viel auf unsere Kinder ein: blinkende Lichter, laute Musik, hustende Menschen und die Vorfreude auf die Weihnachtsgeschenke bringen auch die ruhigsten Kids zum Ausrasten. Zum Glück haben wir schon ein paar erprobte Tipps, wie ihr in der Weihnachtszeit gegen wirken könnt:
#1 Haltet an Routinen fest
Schon vor den Weihnachtsferien ist es schwierig, sich an den normalen Tagesablauf zu halten: Wir schwirren vom Kitasingen zur Schulaufführung, halten noch schnell bei Tante Ella, gehen hier zum Weihnachtsshopping im Supermarkt und dort zur Feier bei Freunden. Aber während unsere Kids einmalige Abweichungen von der Routine noch ganz gut wegstecken, kracht es an aufeinanderfolgenden Tagen schnell gewaltig.
Deshalb: Packt immer genug Essen und Trinken ein, wenn (Um)-Wege auf Essenszeiten fallen. Legt mit Buch oder Tablet Pausen ein, wenn die Kids eigentlich zu Hause gerade auf der Couch wären. Denkt daran, bei Besuchen auch den Kindern genügend Aufmerksamkeit zu schenken (besonders an Wochentagen!). Und versucht, euch an den Folgetagen an eure normalen Schlafenszeiten zu halten, um wieder Puffer für alle zu schaffen.
Wutanfälle zu begleiten ist nicht einfach, aber wird mit guten Strategien und Übung leichter. Lest dazu auch in Nora Imlaus Bestseller „So viel Freude, so viel WutGefühlsstarke Kinder verstehen und begleiten“.
#2 Plant mehr Zeit ein
An Weihnachten ist alles intensiver – selbst, wenn wir es schon schaffen sollten, Stress und Unruhe von unseren Kindern fernzuhalten. Deshalb kann es helfen, absichtlich herunterzufahren, mehr Zeit für Wege und Routinen einzuplanen und davon auszugehen, dass die Kinder nach Schule und Kita oder dem Besuch bei Oma und Opa so richtig geschafft oder aufgedreht (und schlechter gelaunt als sonst) sind. Dinge, die sie sonst mit Links mitmachen, wie das Hetzen zum Bus oder die normale Zahnputzroutine, können dann schon zu riesigen Wutanfällen führen, die uns aus dem Nichts treffen können.
Genauso kann es helfen, bei Schlafengehen z. B. eine längere Geschichte einzuplanen, wenn ihr tagsüber wenig Zeit zusammen hattet.
Ganz klar, Wutanfälle gehören trotzdem auch zu Weihnachten dazu. Im Video haben wir Experten-Tipps, wie ihr sie nicht unnötig verlängert.
#3 Schraubt Erwartungen herunter
Egal, ob ihr Weihnachten mit der Großfamilie oder besinnlich nur mit den Kindern feiert: Große Erwartungen können schnell zu großen Gefühlen führen. Stillsitzen beim Essen, Lächeln für Tante Erna, zwickende Strumpfhosen und „artiges“ Benehmen müssen wirklich nicht sein. Genauso macht es euer Weihnachten weniger „perfekt“, wenn alle länger schlafen als geplant, die Tanne schief steht oder beim Essen alle schlecht gelaunt sind. Wenn wir es schaffen, unsere Anspannung loszulassen, schaffen wir viel bessere Voraussetzungen für unsere Kinder, das Gleiche zu tun.
Richtig gute Lösungsansätze und Perspektiven findet ihr in Dr. Becky Kennedys Bestseller „Good Inside - Das Gute sehen“.
Mehr zu ihrer Philosophie lest ihr auch bei uns im Artikel nach.
#4 Denkt alle Bedürfnisse mit
Als Eltern denken wir Weihnachten an alle Geschenke, Termine und Plätzchen-Zutaten. Aber was am besten ganz oben auf der Liste steht: die Bedürfnisse der Kinder. Plant eure Weihnachtstage so, dass Schlafenszeiten eingehalten werden können und das Lieblingsessen der Kleinen ins Festmahl integriert wird. Und auch, dass zwischen Erwachsenen-Veranstaltungen genügend Aufmerksamkeit und Ruhe für die Kinder bleibt. Ja, das ist manchmal anstrengend und unbequem. Aber glaubt uns: Viiiiel weniger anstrengend als ein Killer-Wutanfall unterm Weihnachtsbaum, weil die Kids den ganzen Tag funktionieren mussten.
Trotzdem passiert? Diese Sätze helfen euch und den Kids, danach wieder in Weihnachtsstimmung zu kommen.
#5 Lasst Regeln einfach Regeln sein
Nicht nur die Kids brauchen Weihnachen Ruhe, auch wir Eltern haben nur eingeschränkte Ressourcen. Was hilft: bestimmte Machtkämpfe auf nach Weihnachten verschieben. Ein, zwei Schokonikoläuse mehr werfen die Essgewohnheiten der Kinder nicht für immer aus der Bahn – und der späte Filmabend ruiniert nicht gleich die ganzen Weihnachtsferien. Indem wir uns von der Vorstellung befreien, dass jeder Moment ein Lernmoment sein muss, können wir selbst entscheiden, welche Ausnahme den Kindern gerade guttut. Und auch das kann euch den ein oder anderen Wutanfall ersparen.
#6 Kommentare nicht zu Herzen nehmen
Bei Familienfesten wie Weihnachten stehen wir Eltern unter einem enormen Druck, alle „richtig“ zu machen und unsere Erziehungsmethoden stehen oft unter dem Mikroskop unserer engsten wie fernen Verwandten. Was bei uns hilft: Die anderen urteilen und reden lassen, nicht auf Kritik eingehen und die Erziehung so durchziehen, wie es zu den eigenen Kindern und der eigenen Familie passt. Nicht nur an Weihnachten!
Gleichzeitig hilft es, Konflikte an den Feiertagen nicht offen vor den Kids auszutragen, wenn sie zu intensiv werden, sondern Spannungen lieber abzumildern. Kinder haben einen so feinen Radar für schlechte Stimmung, dass sie sich sofort auch auf sie überträgt.
#7 Änderungen vorher besprechen
Überraschungen sind schön, aber für Kinder ist Vorhersehbarkeit besser. Vielleicht ist es der Besuch der Verwandtschaft, der Gang zum Krippenspiel oder das Halten an Regeln der Gastgeber, die es zu Hause nicht gibt: Kindern hilft es immer, auf Neues vorbereitet zu sein. Besprecht vorher, wie der Tag ablaufen wird, was anders wird und was ihr ggf. von eurem Kind erwartet. Das kann helfen, die großen Gefühle abzumildern und eure Weihnachten entspannter machen.
#8 Weihnachtsgeschichten kindgerecht erzählen
Genauso hilft unsere Sprache an Weihnachten, Angst und zu viel Aufregung zu vermeiden: Weihnachtsmagie ist wundervoll, aber wenn wir mit unseren Geschichten und Legenden über Weihnachtsmann, Wichtel oder gar „Artigsein“ zu sehr auftragen, können wir schnell Ängste schüren. Lieber simpel, kindgerecht erklären und Kinder von sich aus nachhaken lassen, statt zu viel zu erzählen.
Denn so schön Opas Einlage als Ruprecht, Omas Erinnerungen an die Kohle im Schuh oder vermeintlich lustige Wichtelstreiche auch sein können, sie können unsere Kleinen ganz schön stressen – was sich schnell in weihnachtlichen Wutanfällen entlädt.
Fazit: Wutanfälle gehören auch zu Weihnachten
Nein, auch mit unseren Tipps könnt und sollt ihr nicht jeden Wutanfall verhindern. Denn große Gefühle gehören auch für Kinder zum Leben (und zu Weihnachten besonders) dazu und unsere Aufgabe ist es, sie zu begleiten und einzuordnen. Aber häufig können sie an Feiertage besonders stark ausfallen, wenn Faktoren wie Schlafentzug, Druck, Stress, mangelnde Aufmerksamkeit und Hunger dazukommen.
Wir sind hier, um euch zu sagen, dass wir dasselbe durchleben, euch Tipps zu geben, die euch auf diese Situationen vorbereiten – und euch und den Kids so hoffentlich ruhigere und magische Weihnachten bescheren. Und jetzt wollen wir es wissen: Was hilft euch am besten bei Wutanfällen an Weihnachten?











