Ein Laufrad ab 10 Monaten – das klingt erst einmal sehr früh. Genau mit diesem Versprechen positioniert sich das Early Rider Bella Velio: als erstes Gleichgewichts-Lernfahrzeug für sehr junge Kinder. Hochwertige Materialien, ein schickes Design und innovative Technik sollen den frühen Einstieg ermöglichen. Wir haben das Bella Velio mit unserem Sohn getestet – und schnell gemerkt: Dieses Laufrad steht und fällt mit der individuellen Entwicklung des Kindes.
- 1.Der erste Eindruck: Schick und weckt Neugierde
- 2.Für wen ist das Bella Velio gedacht?
- 3.Die ersten Fahrversuche: Trotz breiter Räder noch wackelig
- 4.Die Deichsel: Ein echtes Plus für den Einstieg
- 5.Sitz & Ergonomie: Durchdacht für kleine Körper
- 6.Technische Details – und was für die Kaufentscheidung wirklich relevant ist
- 7.Unser Fazit: Tolles Konzept, aber nicht für jedes 10-Monate-alte Kind
Der erste Eindruck: Schick und weckt Neugierde
Optisch ist das Bella Velio ein echtes Statement. Der Rahmen aus Walnuss- und Birkenlaminat hebt sich deutlich von klassischen Kunststoff- oder Metallfahrzeugen ab und wirkt eher wie ein Designobjekt als ein typisches Babyfahrzeug. Kein Wunder also, dass das Laufrad bereits mit einem Design Award ausgezeichnet wurde.
Neben der Optik überzeugt auch die Verarbeitung: nichts klappert, alles wirkt durchdacht und hochwertig. Mit nur 2,8 Kilogramm ist das Bella Velio außerdem angenehm leicht – ein wichtiger Punkt, gerade für sehr junge Kinder.
Mein Sohn fand das Rad mit 10 Monaten bereits sehr spannend und krabbelte drum rum und inspizierte es. Da er noch nicht laufen konnte, stand es daher noch 4 Monate bei uns herum, bevor es spannend wurde.
Für wen ist das Bella Velio gedacht?
Der Hersteller Early Rider gibt das Bella Velio für Kinder von 10 bis 24 Monaten an. Entscheidend ist dabei weniger das Alter als vielmehr der motorische Entwicklungsstand. Unser Sohn hat mit knapp 14 Monaten laufen gelernt – also eher im normalen bis späteren Bereich. Diese Ausgangslage hat den Test stark geprägt.

Die ersten Fahrversuche: Trotz breiter Räder noch wackelig
Das Bella Velio setzt bewusst auf ein zweirädriges Konzept und verzichtet auf zusätzliche Stützräder. Unterstützt wird das durch das patentierte Active Balance Control™ (ABC)-System, das Kindern helfen soll, dynamisches Gleichgewicht zu entwickeln. Die Idee dahinter: eine leichte, kontrollierte Instabilität, die den Gleichgewichtssinn trainiert, ohne zu überfordern.
In der Praxis zeigte sich bei unserem Sohn jedoch: Trotz breiter ausbalancierender Räder war das Rad anfangs noch recht wackelig und er fühlte sich noch sehr unsicher obendrauf. Das Gleichgewicht in Bewegung zu halten, während man gleichzeitig schiebt oder rollt, war motorisch anspruchsvoll. Hier wurde schnell klar: Für Kinder, die gerade erst laufen gelernt haben, ist das Bella Velio eher eine Herausforderung als ein Selbstläufer. Hier brauchte es erst mal eine gewisse Sicherheit und Routine beim Laufen, bevor unser Sohn Spaß am Bella Velio gefunden hat.
Die Deichsel: Ein echtes Plus für den Einstieg
Sehr positiv hervorzuheben ist die abnehmbare, ausziehbare Deichsel. Sie erlaubt es Eltern, das Kind aktiv zu begleiten, zu stabilisieren und langsam an das Fahrgefühl heranzuführen. Gerade in der Anfangsphase war das für uns entscheidend, um Frust zu vermeiden.
Der Übergang vom Geführtwerden zum selbstständigen Rollen ist fließend – und genau hier spielt das Bella Velio seine Stärke aus. Sobald das Kind sicherer wird, lässt sich die Deichsel einfach entfernen.
Sitz & Ergonomie: Durchdacht für kleine Körper
Der ergonomisch geformte Sitz ist höhenverstellbar (ca. 21,5–24,5 cm) und mit einem 15 mm starken Schaumstoff gepolstert. Der Silikonbezug ist abwischbar und angenehm griffig. Das klingt nach einem Detail, macht im Alltag aber einen echten Unterschied – gerade bei häufigem Auf- und Absteigen.
Der niedrige Schwerpunkt und die geringe Überstandshöhe von 22 cm sorgen dafür, dass Kinder leicht auf- und absteigen können.
Technische Details – und was für die Kaufentscheidung wirklich relevant ist
Für Eltern, die überlegen, ob sich der hohe Preis lohnt, sind vor allem diese Punkte entscheidend:
- Gewicht: ca. 2,8 kg (sehr leicht)
- Altersempfehlung: 10–24 Monate (stark entwicklungsabhängig)
- Rahmen: Walnuss- & Birkenlaminat (Design Award)
- Reifen: pannensichere EVA-Schaumreifen
- Lenkung: „Point and Go“-Lenkung für intuitive Steuerung
- Deichsel: abnehmbar, höhenverstellbar
- Preis: ca. 199 Euro
- Farben: in 5 Farbvarianten erhältlich
Unser Fazit: Tolles Konzept, aber nicht für jedes 10-Monate-alte Kind
Das Early Rider Bella Velio ist ohne Frage ein hochwertiges, schön gestaltetes und sehr durchdachtes Laufrad. Gerade im direkten Vergleich mit anderen Modellen ab 10 Monaten wirkt es deutlich eleganter und designorientierter. Wer Wert auf hochwertige Materialien und Ästhetik legt, wird hier definitiv angesprochen.
Mittlerweile gibt es aber auch weitere Anbieter, die auf Laufräder ab einem Jahr anbieten:
Bella Velio im Praxistest: Mein ehrliches Fazit
Unser Sohn hat das Early Rider Bella Velio mit knapp 15 Monaten genutzt – vorher stand das Laufrad eher ungenutzt herum, weil er motorisch noch nicht so weit war. Für uns als Familie war das Rad dennoch ein echter Hingucker: Das Design ist sehr stilvoll und die Verarbeitung hochwertig. Viele Familienmitglieder haben uns darauf angesprochen, weil es einfach schön aussieht.
Meine persönliche Einschätzung: Das Bella Velio ist eine tolle Wahl, wenn euer Kind wirklich früh mit dem Laufen startet und motorisch fit ist. Ansonsten lohnt es sich, mit dem Kauf zu warten und lieber später in ein größeres Modell zu investieren, das dann auch länger genutzt werden kann. Persönlich würde ich wahrscheinlich eher zu einem größeren Modell tendieren, da unser Sohn dieses dann über einen längeren Zeitraum nutzen kann. Für uns hat sich das Laufrad erst später wirklich gelohnt – aber das hochwertige Design und die Qualität überzeugen auf jeden Fall.
Für Kinder, die sehr früh laufen und motorisch weit entwickelt sind, kann der Einstieg ab 10 Monaten tatsächlich funktionieren – und dann bietet das Bella Velio einen spannenden, spielerischen Zugang zum Thema Gleichgewicht. Der hohe Preis von rund 199 Euro sollte bei der Kaufentscheidung jedoch unbedingt berücksichtigt werden: Es lohnt sich vor allem dann, wenn das Kind das Rad auch wirklich früh und über einen längeren Zeitraum nutzen kann. Für Kinder, die – so wie unser Sohn – später laufen lernen, wird das Bella Velio erst einige Monate später wirklich interessant.



