Als Millennials gelten grob alle, die zwischen Anfang der 1980er- und Mitte der 1990er-Jahre geboren wurden – also genau die Generation, die ihre ersten Wohnungen mit sehr viel Geschmack, sehr viel Inspiration aus dem Internet und sehr viel Überzeugung eingerichtet hat. Viele dieser Kaufentscheidungen fühlten sich damals absolut richtig an. Heute schaut man auf manche davon mit einer Mischung aus Fremdscham, Nostalgie und dem Gedanken: Warum dachte ich, das wäre eine gute Idee?
Findet man diese sieben Produkte vielleicht auch in deiner Millennial-Wohnung?
#1 Wandtattoos mit Lebensweisheiten
Irgendwann hing bei erstaunlich vielen Millennials ein Wandtattoo mit einer tief gemeinten Botschaft. „Live. Laugh. Love.“ oder irgendwas mit Träumen. Damals fühlte sich das nach Persönlichkeit an, heute eher nach einer sehr dokumentierten Phase zwischen erster Wohnung und Pinterest-Overkill. Man lässt es trotzdem oft hängen, weil das Abmachen mehr Arbeit wäre als die Peinlichkeit wert ist.
#2 Zu viele Deko-Kissen
Jedes einzelne Kissen hatte einen Zweck, zumindest beim Kauf. Textur, Farbe, Akzent – alles wohlüberlegt. Heute sind sie vor allem eins: im Weg. Jeden Abend landen sie auf dem Boden, morgens wieder zurück aufs Sofa oder Bett. Warum man das jahrelang mitgemacht hat, ist schwer zu erklären, aber irgendwie gehören sie jetzt zur Familie.
#3 Der riesige Couchtisch-Bildband
Schwer, teuer und mit Titeln, die man Gästen gern zeigt. Gelesen hat man ihn nie, aber das war auch nie wirklich der Plan. Er sollte Stil beweisen, Geschmack, vielleicht sogar Weltläufigkeit. Heute liegt er da, wird regelmäßig abgestaubt und erinnert leise daran, dass man dachte, so würde Erwachsensein aussehen.
#4 Die offene Wohnküche mit Barhockern
Barhocker waren das Symbol für modernes Wohnen. Frühstück im Stehen, Gäste im Gespräch – so zumindest die Vorstellung. In der Realität sitzt dort niemand länger als zwei Minuten, weil es unbequem ist. Trotzdem bleiben sie, weil man sie damals mit Überzeugung gekauft hat. Und teuer waren sie auch.
#5 Das „Design“-Geschirrset
Minimalistisch, perfekt fürs Foto, aber absolut unpraktisch. Teller zu klein, Schüsseln zu flach, alles fühlt sich ein bisschen nach Ausstellung an. Man benutzt es trotzdem, weil man es ja bewusst ausgesucht hat. Und isst heimlich aus der großen Müslischale, wenn niemand zuschaut.
#6 Die erste Smart-Home-Spielerei
Am Anfang war es aufregend: Licht per App, Steckdosen per Sprache. Endlich Zukunft. Heute ist es vor allem nervig, wenn das Licht nicht angeht, weil das WLAN kurz zickt. Peinlich ist nicht die Idee – peinlich ist, dass man dachte, man braucht das wirklich.
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#7 Das Bücherregal voller ungelesener Ratgeber
Karriere, Achtsamkeit, Selbstoptimierung – jedes Buch wurde mit ehrlichen Vorsätzen gekauft. Gelesen wurden die ersten 20 Seiten, maximal. Heute stehen sie da und schauen einen an, wenn man eigentlich nur den Staubsauger holen wollte. Weggeben fühlt sich falsch an, lesen irgendwie auch.
Peinlich sind diese Produkte eigentlich nur, weil sie so ehrlich sind. Sie erzählen von Phasen, Trends und dem Versuch, erwachsen zu wirken, noch bevor man es wirklich war. Und genau deshalb bleiben sie oft länger, als sie sollten.
Denn am Ende sind es weniger Fehlkäufe als Erinnerungsstücke – nur eben solche, über die man heute lieber lacht.




