Wenn unsere Kinder uns zum fünften Mal beim Telefonieren unterbrechen, uns aufgeregt den toten Käfer zeigen oder uns ins Bad folgen, steckt mehr dahinter, als wir denken. Diese kleinen Alltagsmomente können herausfordernd sein, sind aber in Wahrheit tiefe Liebesbeweise. Sie zeigen, wie sehr unsere Kids uns vertrauen und brauchen – und helfen uns gerade in schwierigen Phasen zu sehen: Unsere Bindung bleibt bestehen.
Kinder zeigen ihre Liebe anders als wir Erwachsenen. Statt „Ich hab dich lieb“ zu sagen oder uns Komplimente zu machen (ha-ha), drücken sie ihre Zuneigung meistens durch Verhalten aus, das wir anstrengend finden. Oder das wir schnell als „Versagen“ unsererseits interpretieren: „Hab ich denn nicht genug mit ihm gespielt?“ oder „Warum kann sie das denn noch nicht alleine?“
Dabei sind diese Verhaltensweisen wertvolle Zeichen ihrer tiefen Verbundenheit zu uns. Das heißt nicht, dass große Gefühle oder Ungeduld keine Anzeichen sein können, dass unsere Kids Unterstützung brauchen oder Bedürfnisse gerade nicht erfüllt werden. Aber wenn wir folgende Gesten als die Liebesbeweise sehen, die sie sind, kann das viel Druck von uns nehmen.
#1 Immer in unserer Nähe: Wenn sie uns überallhin folgen
Immer dasselbe: Wir gehen ins Bad und prompt stehen unsere Kinder vor der Tür. Wir gehen zum Videocall ins Wohnzimmer – plötzlich werden Superheldenkampf, Fußballturnier oder Jurassic World-Attacke (Boy-Mum hier) neben uns verlegt. Was manchmal wie Klammern wirkt, ist eigentlich ein tiefes Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit.
Kinder folgen uns, weil unsere Anwesenheit ihnen hilft, sich sicher zu fühlen. Ihre Gehirne entwickeln sich noch und unsere Nähe hilft ihnen, mit ihren Gefühlen klarzukommen – egal, ob sie 2 Monate oder 12+ Jahre alt sind. Also atme tief durch, wenn dein Kind dir wieder wie ein kleiner Schatten folgt – es ist kein Zeichen von Anhänglichkeit, sondern ein Beweis tiefen Vertrauens.
Viele gute Impulse gibt auch der Erziehungsratgeber „Wild Child: Entwicklung verstehen, Kleinkinder gelassen erziehen, Konflikte liebevoll lösen“.
#2 Voller Begeisterung: Warum sie uns ständig unterbrechen
„Mama, schau mal! Papa, weißt du was?“– Unsere Kinder unterbrechen uns mitten im Gespräch, während der Arbeit oder beim Kochen. Was extrem anstrengend sein kann, hat einen einfachen Grund: Ihre Gehirne wollen Gedanken und Entdeckungen sofort mit uns teilen, bevor sie vergessen werden. Für Kinder ist das Teilen ihrer Gedanken kein Zeichen von Respektlosigkeit, sondern ein Vertrauensbeweis.
Sie wählen uns als erste Personen, mit denen sie ihre Welt teilen möchten. Wenn dein Kind dich also das nächste Mal unterbricht, versuche es als Kompliment zu sehen: Wir Eltern sind die wichtigsten Personen in ihrem Leben. Auch wenn wir danach keinen Plan mehr haben, worüber wir eigentlich reden wollten.
Wenn die Kids voller Energie sind und du keine Zeit zum Rausgehen hast: Vielleicht hilft unser Eltern-Hack im Video?
#3 Gefühlssicher bei uns: Hier dürfen alle Emotionen sein
Nach einem Tag in Kita oder Schule kommen unsere Kinder nach Hause und weinen plötzlich wegen Kleinigkeiten. Bei Oma war gerade noch „alles gut“ und auf dem Nachhauseweg kommt ein Wutanfall nach dem anderen. Diese emotionalen Ausbrüche können den Alltag komplett sprengen – aber sie sind ein großer Vertrauensbeweis. Unsere Kids fühlen sich bei uns sicher genug, um alle aufgestauten Gefühle loszulassen.
Sie wissen: Bei uns müssen sie nicht stark sein, bei uns dürfen sie auch mal zusammenbrechen. Diese emotionale Ehrlichkeit ist vielleicht der größte Liebesbeweis überhaupt. Wenn dein Kind also nach einem langen Tag wegen jeder Kleinigkeit die Fassung verliert, hilft der Gedanke: Du bist sein emotionaler Anker.
#4 Kleine Schätze teilen: Wenn sie uns ihre Kostbarkeiten zeigen
Ein zerknittertes Blatt Papier, ein Stein vom Spielplatz oder die neueste Lego-Kreation – wenn unsere Kinder uns ihre Schätze zeigen, schenken sie uns ein Stück ihrer Welt. Diese kleinen Gesten sagen: „Das ist mir wichtig, und du bist mir wichtig genug, um es mit dir zu teilen.“
Ob es eine Zeichnung, ein gefundener Stock oder eine Bastelei ist – unsere Kinder öffnen uns ein Fenster zu ihrer inneren Welt. Versuch dir also die Zeit zu nehmen, den krummen Stein oder die tausendste Zeichnung zu bewundern – für unsere Kinder ist es ein Akt der Liebe, diese Dinge mit uns zu teilen.
#5 Stolz auf ihre Fähigkeiten: „Schau mir zu, bitte!“
„Mama, schau mal!“ – „Papa, guck! Guckst du wirklich?!!!“ Wenn unsere Kinder uns bitten, ihnen beim immer gleichen Purzelbaum oder Sprung zuzuschauen, geht es um mehr als Aufmerksamkeit. Diese wiederholten Bitten fragen eigentlich: „Bin ich es wert, dass du mir Zeit schenkst? Siehst du mich?“
Kinder suchen in unseren Augen Bestätigung ihres Wertes. Wenn du also zum zwanzigsten Mal den gleichen Trick bestaunen sollst, denk daran: Unsere Kids fragen eigentlich: „Bin ich wichtig für dich?“ Und jedes Mal, wenn wir hinschauen und lächeln, antworten wir: „Ja, du bist es absolut wert.“
#6 Fröhlich und unbeschwert: Bei uns dürfen sie ganz sie selbst sein
Wer kennt's nicht? Unsere Kinder sind bei Fremden oft still und zurückhaltend, aber zu Hause werden sie zu kleinen Wirbelwinden. Sie singen, tanzen, machen Quatsch und sind plötzlich unglaublich laut. Diese Verwandlung ist ein schönes Zeichen: Bei dir fühlt sich dein Kind frei und sicher genug, um sein wahres Ich zu zeigen.
Die ausgelassene Freude und der Lärm zeigen tiefes Vertrauen – bei dir muss es sich nicht verstellen. Also feiern wir diese lauten, chaotischen Momente, auch wenn sie manchmal anstrengend sind. Sie bedeuten: „Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.“
#7 Kuscheln und Nähe suchen: Am Ende des Tages zu uns kommen
Am Ende eines langen Tages, wenn alle müde werden, suchen Kinder oft unsere Nähe. Sie krabbeln auf unseren Schoß, lehnen sich an uns oder wickeln sich wie kleine Oktopusse um uns. Diese Momente der körperlichen Nähe sind mehr als nur Müdigkeit – sie sind ein Grundbedürfnis.
Durch unsere Nähe, unseren Herzschlag und unsere Wärme kann sich das Nervensystem unseres Kindes beruhigen. Wenn dein Kind also abends an dir klebt, nimm es als das, was es ist: ein tiefes Bedürfnis nach Verbindung und ein wunderschöner Beweis seiner Liebe zu dir.
#8 Versteckte Liebesbeweise im Familienalltag: Was wir mitnehmen können
Die versteckten Liebesbeweise unserer Kinder zu erkennen, ist im hektischen Familienalltag nicht immer leicht. Doch genau diese unscheinbaren Momente machen unsere Beziehung zu unseren Kindern so besonders.
Wenn wir hinter das manchmal anstrengende Verhalten blicken und die Liebesbotschaft dahinter entdecken, ändert sich unsere Sichtweise. Aus „Warum habe ich keine Sekunde für mich?“ wird „Wie schön, dass du dich bei mir so sicher fühlst“. Diese Perspektive kann uns mehr Geduld im Alltag schenken und stärkt die Bindung zu unseren Kindern. Und? Wie hat dein Kind dir heute gezeigt, dass es dich liebt?










