Die Weihnachtszeit weckt kulinarische Erinnerungen, die uns direkt zurück in Omas Wohnzimmer katapultieren. Doch was früher als festliches Highlight galt, löst bei vielen heute nur noch Augenrollen aus. Diese 5 Weihnachtsklassiker der Boomer-Generation haben den Generationstest nicht bestanden – und warum das vielleicht gar nicht so schlecht ist.
Die Weihnachtsessen unserer Eltern und Großeltern waren einst der Inbegriff festlicher Tradition. Doch Geschmäcker ändern sich, und was in den 70ern und 80ern als kulinarischer Höhepunkt galt, wirkt heute oft wie ein gastronomisches Relikt aus einer anderen Zeit. Zwischen Nostalgie und kulinarischem Fortschritt stehen diese 5 Festtagsklassiker, die langsam aber sicher von moderneren Alternativen abgelöst werden.
1. Ölfondue: Das brodelnde Desaster
Kaum ein Weihnachtsessen der Boomer-Generation schreit lauter „Festtag der 80er“ als das gute alte Ölfondue. Der Topf thront in der Mitte des Tisches wie ein kleiner Vulkan, bereit, Fleischstückchen zu verschlingen und gelegentlich auch mal die Tischdecke zu attackieren.
Der Fettgeruch, der sich hartnäckig in Vorhängen, Polstern und sogar den Haaren festsetzt, ist das ungewollte Geschenk, das noch Tage nach dem Fest bleibt. Während Boomer nostalgisch von „gemütlichen Fondue-Abenden“ schwärmen, denken ihre Kinder und Enkel insgeheim: „Lieber bestelle ich mir was, als drei Tage in einer Fritteuse zu wohnen.“
Falls ihr lieber oldschool unterwegs seid, aber Omis Fondue-Set schon in die Jahre gekommen ist – dieses günstige Modell ist ein absoluter Bestseller.
2.Karpfen Blau: Der Fisch, der die Zeit vergaß
„Warum liegt da ein kompletter Fisch auf dem Tisch und starrt mich an?“, fragen sich jüngere Generationen.
Der Karpfen Blau oder „à la Müllerin“ war einst der Star des Heiligabends, heute eher ein kulinarischer Dinosaurier. Mit seinen glasigen Augen und dem kompletten Kopf auf der Servierplatte sorgt er bei jüngeren Generationen eher für Entsetzen als für Appetit.
Das mühsame Gräten-Picking macht das Essen zur Geduldsprobe, während man sich fragt, warum man nicht einfach ein praktisches Filet servieren konnte. Während Opa noch schwärmt, wie „schön fleischig“ der diesjährige Karpfen ist, googelt die jüngere Generation heimlich unter dem Tisch vegetarische Alternativen.
3. Die Weihnachtsgans: Festmahl mit Food-Koma-Garantie
Sie ist der Inbegriff des deutschen Weihnachtsessens: die knusprige Gans mit Rotkohl und Klößen. Doch was früher als Höhepunkt des Festmahls galt, passt immer weniger in unsere Zeit des bewussteren Essens.
Stundenlange Vorbereitungen, ein Backofen, der aussieht wie nach einem Fettunfall, und am Ende ein Essen, das so schwer im Magen liegt, dass die Bescherung zur Tortur wird. Während die Boomer-Generation das anschließende Nickerchen als „Tradition“ bezeichnet, sehnen sich viele Jüngere nach einem Weihnachtsessen, nach dem man noch in der Lage ist, ein Geschenk auszupacken, ohne in Slow-Motion zu agieren.
4. Würstchen mit Kartoffelsalat: Der pragmatische Partykiller
„Ist heute Weihnachten oder Kindergeburtstag?“, wollen unsere Kinder bei diesem Weihnachtsessen wissen. Und warum gibt es die Würstchen nicht als Hot Dog von Ikea, sondern mit matschigem Kartoffelsalat?
Es sollte der pragmatische Kompromiss sein: Am Heiligabend gibt's Würstchen mit Kartoffelsalat, damit Mama nicht den ganzen Tag in der Küche steht. Was als praktische Lösung gedacht war, fühlt sich heute für viele an wie kulinarische Kapitulation.
Die Kombination mag nostalgischen Wert haben, aber festlich? Eher nicht. Während die Boomer-Generation die „schöne Einfachheit“ lobt, fragen sich ihre Kinder insgeheim, warum das wichtigste Fest des Jahres kulinarisch weniger Aufwand bekommt als ein durchschnittlicher Grillabend im Sommer.
5. Raclette: Das endlose Pfännchen-Purgatorium
Als moderner Nachfolger des Fondues sollte Raclette alles besser machen. Doch statt gemeinsam zu essen, verbringt jeder den Abend damit, auf sein eigenes Mini-Pfännchen zu starren und zu warten, bis der Käse die perfekte Konsistenz erreicht hat – was meistens bedeutet: entweder noch kalt oder bereits schwarz.
Die immer gleiche Kombination aus Käse, Schinken und Mais wird schnell monoton, während der Geruch nach geschmolzenem Käse noch Tage später an den Wänden klebt. Was als geselliges Essen gedacht war, endet als Einzelkampf gegen überhitzte Pfännchen und verklebte Spachtel. Außerdem dauert Raclette eeeewig – mit Kindern eine Qual an Heiligabend!
Was kocht man denn dann an Weihnachten heutzutage? Schaut doch mal bei diesen leckeren Weihnachtsrezepten aus dem Airfryer vorbei. Wer bei Raclette bleiben will – dieses Raclette-Set ist der Bestseller Nr. 1.
Moderne Alternativen zu Boomer-Weihnachtsessen
- Statt Fondue oder Raclette: Probiert ein „Build-your-own“-Buffet mit hochwertigen Zutaten, die jeder nach Geschmack kombinieren kann
- Statt Karpfen: Lachs- oder Garnelen-Variationen als festliche, aber grätenfreie Alternative
- Statt schwerer Gans: Gefüllter Kürbis als vegetarisches Highlight oder Entenbrust für Fleischliebhaber – leichter, aber genauso festlich
- Statt Würstchen mit Kartoffelsalat: Festliches Fingerfood-Buffet mit Mini-Quiches, Mini-Burger, gefüllten Datteln, Bruschetta und bunten Wraps – genauso unkompliziert, aber deutlich festlicher und vielseitiger
Hier verrate ich euch übrigens, welche Boomer-Weihnachtstradtionen den jüngeren Generationen noch auf den Keks gehen. Meine Kollegin Katja Nauck hat für euch zusammengefasst, welche Weihnachtstraditionen der Boomer, Millennials immer noch mögen!
Tradition trifft auf neue Genusskultur
Die Weihnachtsessen der Boomer-Generation haben uns durch viele festliche Jahre begleitet – mit allen Vor- und Nachteilen. Doch wie sich Geschenkpapier und Weihnachtsdeko über die Jahre verändert haben, darf sich auch die Festtagsküche weiterentwickeln.
Vielleicht liegt der wahre Weihnachtszauber nicht in der strikten Einhaltung kulinarischer Traditionen, sondern im gemeinsamen Genießen – egal ob mit Gans, Tofu oder Pizza. Am Ende zählt nicht, was auf dem Teller liegt, sondern wer mit am Tisch sitzt. Und wenn ihr dieses Jahr etwas Neues ausprobieren wollt, ist das kein Verrat an Omas Erbe – sondern vielleicht der Beginn einer neuen Tradition, über die eure Enkel in 40 Jahren die Augen rollen werden.









