"Deutschland einig Vaterland": Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 markierte den größten Umbruch in der modernen deutschen Geschichte und ebnete den Weg für den Neuanfang unseres Landes. Noch heute, 36 Jahre später, ist die Zeit rund um diesen Tag bei vielen Deutschen mit emotionalen Erinnerungen verknüpft. Die folgenden Fotos rund um den Mauerfall zeigen, wie bewegend dieses historische Ereignis für die Menschen war.
Die Flüchtlingswelle beginnt
Nachdem der "Eiserne Vorhang" an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich im Mai 1989 gefallen war, nutzen viele DDR-Bürger in den darauffolgenden Sommermonaten die Chance, über Ungarn, Polen oder die Tschechoslowakei nach Westdeutschland zu fliehen.
Besetzung der deutschen Botschaften
Durch ihre teilweise wochenlangen Aufenthalte in den deutschen Botschaften in Prag, Warschau oder Budapest versuchten tausende DDR-Bürger, ihre Ausreise nach Westdeutschland zu erzwingen. Teilweise wurden Flüchtlingslager errichtet, in denen die Menschen unterkommen konnten, bis die Ausreise möglich war.
Die Zahl der Demonstranten steigt ins Unermessliche
Im September fanden in Leipzig erste Montagsdemonstrationen gegen das DDR-Regime statt. Freiheit, Demokratie und Reformen wurden vom Staat gefordert. Die Zahl der Demonstranten steigerte sich in den darauffolgenden Wochen immer mehr: Ihren Höhepunkt fand die Protestbewegung am 4. November 1989, als schätzungsweise fast eine Million Menschen auf dem Alexanderplatz in Berlin demonstrierte.
"Die Mauer muss weg"
Nachdem Erich Honecker, Vorsitzender des Staatsrats der DDR, zurückgetreten war, zerbrach die Regierung nach und nach. Am 7. November trat der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik geschlossen zurück. Die Menschen strömten in diesen Tagen massenhaft zu den Grenzübergängen und versammelten sich an der Berliner Mauer. Das Ende von 40 Jahren DDR war in greifbarer Nähe.
Allmählicher Kontrollverlust
Doch die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) versuchte weiter, die Stellung zu halten, während die Grenzsoldaten der DDR sich bemühten, die wachsenden Menschenmassen, die sich rund um die Berliner Mauer ansammelten, zurückzuhalten. Hier versucht ein Journalist, sich seinen Weg durch die Soldaten zu bahnen.
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Ein Satz für die Geschichtsbücher
Gelockerte Reisebestimmungen sollten das aufgebrachte Volk nun besänftigen. Am 9. November 1989 trat Günter Schabowski, Mitglied des SED-Politbüros, vor die internationale Presse, um die neuen Regelungen zu verkünden. Eigentlich sollten diese erst ab dem Folgetag gelten, damit genug Zeit war, die Grenzübergänge dementsprechend vorzubereiten.
Doch die ihm überreichten Unterlagen sollen undeutlich gewesen sein – und verursachten den historischen Satz, der die Berliner Mauer zu Fall brachte. Auf die Frage eines italienischen Journalisten, ab wann die gelockerten Ausreisen für die DDR-Bürger möglich seien, antwortete er stockend: "Das tritt nach meiner Erkenntnis ... ist das sofort, unverzüglich."
Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer
Nachdem ost- sowie westdeutsche Fernsehsender die Nachricht verbreitet hatten, gab es beim Volk kein Halten mehr. Tausende DDR-Bürger strömten noch am selben Abend zu den Grenzübergängen. Da die Grenzposten weder informiert noch vorbereitet waren, waren sie irgendwann komplett überfordert.
Das Ende der Berliner Mauer
Der Grenzübergang an der Bornholmer Straße war in der Nacht vom 9. auf den 10. November der erste, der von den Grenzsoldaten geöffnet wurde und die Menschen einfach ohne Kontrolle nach Westberlin durchließ. Gewalt blieb von beiden Seiten aus – die Mauer war zu diesem Zeitpunkt offiziell gefallen.
Eine Mauer trennt eine Stadt und ein Land: 11 Bilder und spannende Hintergrundfakten über den Bau einer historisch bedeutsamen Grenze, die das Leben vieler Menschen veränderte.
Teil der Geschichte werden
Fotos wie dieses sind im November '89 sicher tausende entstanden. Die Euphorie war riesig, die Symbolkraft hinter diesem typischen Motiv ist bis heute ungebrochen.
Pure Freude
Rührende Szenen spielten sich die ganze Nacht über auf den Straßen Berlins ab. Fremde Menschen lagen sich in den Armen, jubelten und feierten gemeinsam.
Willkommen in Westberlin
Viele Ostberliner konnten nicht glauben, dass sie nun einfach so mit dem Auto nach Westberlin fahren konnten. Dort wurden die "Ossis" von vielen "Wessis" freudig empfangen, mit Blumen, Sekt oder Schokolade. Manche Kneipen gaben sogar gratis Getränke für die neuen Gäste aus.
Die Party des Jahrzehnts
Wer einen Platz auf der Mauer ergatterte, erlebte die große Party aus der ersten Reihe. Viele DDR-Bürger waren in der Nacht des 9. Novembers zunächst noch zögerlich und unsicher, ob der Staat nicht doch noch eingreifen würde. Doch am Ende war es ein friedliches, historisches Ereignis, das die ganze Welt bewegte.
So schreit es von den Titelblättern
In den Morgenstunden erschienen die ersten Tageszeitungen, die mit den aktuellen Berichterstattungen kaum hinterherkamen. "Geschafft! Die Mauer ist offen" lautete der Titel der Bildzeitung am 10. November 1989.
Von Kollege zu Kollege
Obwohl die Grenzen geöffnet waren, erschienen viele ost- und westdeutsche Grenzsoldaten auch am nächsten Tag weiterhin zur Arbeit. Doch nun gab es für sie nichts mehr weiter zu tun, als gemeinsam anzustoßen.
Hindurchspaziert
Was das wohl für ein Gefühl gewesen sein muss? Nach dem Fall der Mauer konnten die Ostberliner die Kontrollpunkte zum ersten Mal einfach so passieren und sich frei fühlen.
Wiedervereinigt
Ob wir hier Sohn und Mutter sehen, die sich nach der Grenzöffnung endlich wieder in die Arme schließen können? Solche Fotos erinnern uns daran, wie schmerzlich es für Familien gewesen sein muss, eine jahrzehntelange Trennung und limitierte Besuche zu überstehen.
Das etwas andere Souvenir
Berliner Souvenir-Läden reagierten schnell auf den Fall der Mauer und bedruckten in Windeseile zu dem historischen Ereignis passende T-Shirts.
Namentliche Anpassung
Die "Straße des 17. Juni", die an den Volksaufstand 1953 erinnert, wurde nach dem Mauerfall von Passanten kurzerhand in "Straße des 9. November" umbenannt.
Besuch von Willy Brandt
Einen Tag nach der Mauereröffnung reiste Alt-Kanzler Willy Brandt nach Berlin, um sich ein Bild von der Szenerie in der Stadt zu machen, in der er von 1957 bis 1966 Bürgermeister gewesen war. Auf einer Kundgebund am Abend sagte er: "Und jetzt erleben wir, und das ist etwas Großes – und ich bin dem Herrgott dankbar dafür, dass ich dies miterleben darf – wir erleben, dass die Teile Europas wieder zusammenwachsen."
Deutschland einig Vaterland
Der Wunsch nach einer deutschen Einheit war groß. Doch es sollte noch fast ein Jahr dauern, bevor die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik wieder eins werden würden.
"Konzert für Berlin"
Innerhalb weniger Tage nach dem Mauerfall organisierte der Sender Freies Berlin ein kostenloses Rockkonzert in der Deutschlandhalle. Am 12. November feierten ca. 50.000 Ost- und Westberliner elf Stunden lang namhafte Bands und Stars wie Joe Cocker, Udo Lindenberg, Silly, Marius Müller-Westernhagen oder Die Toten Hosen.
Gedenken an die Opfer
Trotz aller Feierlichkeiten wurde in diesen Tagen auch wieder vermehrt an die Todesopfer der Berliner Mauer gedacht. Mindestens 140 Menschen sollen dort zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 durch Schießbefehle oder Unfälle den Tod gefunden haben.
Honni in der Tonni
Die Ära Honecker begann 1971 und endete 1989. Alsbald entledigte man sich vielerorts des bekannten "Amtsstubenbildes". Erich Honecker starb 1994 im Exil in Chile, wo er sein letztes Lebensjahr mit seiner Familie verbracht hatte.
Anstehen fürs Begrüßungsgeld
Jedem DDR-Bürger wurden nach dem Fall der Mauer bei einem Besuch in der Bundesrepublik 100 D-Mark versprochen. Für Ostdeutsche eine Menge Geld, das viele nutzten, um sich in westdeutschen Shops langgehegte Produkt-Träume zu erfüllen. Nach der Währungsunion 1990 konnnten DDR-Mark bis auf bestimmte Ausnahmen in einem Verhältnis von 1:1 gegen D-Mark umgetauscht werden.
Ein Tanz in Freiheit
Das Brandenburger Tor war ein zentrales Motiv während des Mauerfalls und gilt heute als Symbol der Wiedervereinigung. Nachdem es sich während der Deutschen Teilung auf der ostdeutschen Seite Berlins befunden hatte, aber für die Bevölkerung unzugänglich war, wurde es am 22. Dezember 1989 von Politikern beider Seiten, unter anderem "Einheitskanzler" Helmut Kohl, wieder eröffnet.
Wende-Weihnachten '89
1989 erlebten die Ostdeutschen nach langer Zeit wieder ein Weihnachten mit offenen Grenzen. Hier begrüßen DDR-Bürger westdeutsche Besucher an Heiligabend an der hessisch-thüringischen Grenze.
Das erste Silvester gemeinsam
Am 31. Dezember 1989 kamen Menschen aus beiden Teilen Deutschlands am Brandenburger Tor zusammen, um die Wiedervereinigung zu feiern. David Hasselhoff hatte an diesem Abend seinen legendären Auftritt, bei dem er "I've Been Looking for Freedom" performte.
Hoffnungsvoll, aber auch ängstlich blickten viele Menschen in die Zukunft und in das neue Jahrzehnt, das große Veränderungen bringen würde.





























