Der Winter ist da – und während Millennials und Gen Z sich in Hygge-Decken kuscheln und TikTok-Wintertrends folgen, leben Boomer ihre ganz eigene Wintersaison aus. Diese Generation hat nicht nur für jede Temperatur die passende Thermounterwäsche, sondern auch einen festen Zeitplan, wann genau der Tag bei Dunkelheit endet. Hier ein liebevoll-ironischer Blick auf die Dinge, ohne die Boomer nicht durch den Winter kommen.
#1 Das Auto winterfest machen
Das Auto auf den Winter vorzubereiten ist für Boomer kein einfacher Reifenwechsel, sondern ein mehrtägiges Ritual. Winterreifen, Frostschutz, Scheibenwischwasser mit Winterformel, Eiskratzer, Schneebesen, Starterkabel, Decke, Thermoskanne, Notfallpaket – das Auto wird ausgestattet, als stünde eine Expedition zum Nordpol bevor. Auch die beliebten Ganzkörper-Auto-Abdeckungen stehen ganz hoch im Kurs.
#2 Treffen spätestens um 15:30 Uhr beenden
"Wir müssen jetzt wirklich los, wir wollen nicht im Dunkeln fahren" – dieser Satz fällt bei jedem Boomer-Kaffeekränzchen pünktlich um 15:15 Uhr. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Heimfahrt 5 oder 50 Minuten dauert. Die Vorstellung, nach Einbruch der Dunkelheit noch unterwegs zu sein, löst eine Art Urangst aus, die stärker ist als jede Kaffee-und-Kuchen-Verlockung. Selbst wenn das Auto mit Xenon-Scheinwerfern ausgestattet ist und der Heimweg komplett beleuchtet – nach Einbruch der Dunkelheit fährt man als Boomer einfach nicht mehr.
#3 Den Tag um 16 Uhr als beendet erklären
Wenn die Sonne im Winter früh untergeht, gilt im Boomer-Haushalt eine klare Regel: Ab 16 Uhr ist offiziell Abend. Die Vorhänge werden zugezogen, Hausschuhe angezogen und der Fernseher eingeschaltet. "Jetzt lohnt es sich nicht mehr, noch was anzufangen", ist der Standardsatz, während der Blick aus dem Fenster in die Dunkelheit schweift.
#4 Vogelfutter und Vogelhäuschen aufhängen
Für Boomer ist die Vogelfütterung im Winter eine heilige Pflicht. Das Vogelhäuschen wird strategisch so platziert, dass man es vom Lieblingssessel aus beobachten kann. Die Auswahl des richtigen Futters wird mit wissenschaftlicher Akribie betrieben – Meisenknödel, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, alles muss da sein. Täglich wird kontrolliert, ob genug Futter vorhanden ist, und die Vogelbesucher werden akribisch gezählt und kommentiert. "Heute waren schon drei Meisen und ein Rotkehlchen da!" ist eine Nachricht, die stolz an die Familie weitergegeben wird – inklusive Handyfotos durch die Fensterscheibe.
#5 Den Kindern und Enkeln Wetterwarnungen schicken
"ACHTUNG!!! Morgen Glatteis!!!" – diese WhatsApp-Nachricht, gerne auch mal komplett in Großbuchstaben und mit mindestens drei Ausrufezeichen versehen, ist das winterliche Erkennungszeichen der Boomer-Generation. Sobald der Wetterbericht auch nur die leiseste Andeutung von Schnee, Eis oder Kälte macht, werden alle Familienmitglieder in Alarmbereitschaft versetzt. Dabei ist es völlig egal, dass die erwachsenen Kinder selbst Wetter-Apps haben und aus dem Fenster schauen können – die elterliche Wetterwarnung ist Pflicht und wird oft mit hilfreichen Tipps wie "Zieh dich warm an!!!" oder "Fahr vorsichtig!!!" ergänzt.
#6 Morgens um 5 Uhr Schneeschippen
Wenn nachts Schnee gefallen ist, gibt es für Menschen Ü60 nur eine angemessene Reaktion: Um 5 Uhr morgens aufstehen und schippen. Das rhythmische Kratzen der Schneeschaufel im Morgengrauen ist die winterliche Boomer-Hymne. Dabei wird nicht nur der eigene Gehweg freigelegt, sondern gleich noch ein Stück des öffentlichen Bürgersteigs mit – man ist ja kein Unmensch. Von den jungen arbeitenden Familien nebenan wird selbstverständlich das Gleiche erwartet, und jeder, der nach 7 Uhr erst mit dem Schneeschippen beginnt, erntet missbilligende Blicke. "Die jungen Leute heute haben einfach keine Disziplin mehr."
#7 Die Weihnachtspost Anfang Dezember losschicken
Während die jüngeren Generationen Weihnachtsgrüße per WhatsApp verschicken, hält die Boomer-Generation eisern an der Tradition der handgeschriebenen Weihnachtskarte fest. Bereits in der ersten Dezemberwoche werden dutzende Karten akribisch mit persönlichen Notizen versehen und zur Post gebracht – "Falls sie nicht rechtzeitig ankommen". Die Panik, dass Post heutzutage noch mit derselben Geschwindigkeit wie mit der Kutsche 1867 überbracht wird, überträgt sich auch auf das Bestellen von Weihnachtsgeschenken: Damit sollte bestmöglich schon Mitte November angefangen werden, damit auch diese "rechtzeitig ankommen".
#8 Das Immunsystem stärken
Sobald die Temperaturen sinken, beginnt die Saison der Immunbooster. Ingwertee mit Honig, Vitamin-C-Tabletten, Zink-Präparate und die gute alte Hühnersuppe nach Omas Rezept – alles wird aufgefahren, um Erkältungen keine Chance zu geben. Jedes Niesen in der Umgebung wird mit einem besorgten Blick und dem Angebot einer Erkältungstablette quittiert. Und wehe, jemand geht mit nassen Haaren nach draußen – dann folgt unweigerlich die Warnung: "Du holst dir noch den Tod!"
#9 Auf Kreuzfahrt gehen
Wenn der Winter so richtig ungemütlich wird, haben viele Boomer längst ihre Fluchtpläne geschmiedet: Eine Kreuzfahrt muss her! Am liebsten in die Karibik oder durchs Mittelmeer – Hauptsache, weg von Kälte und Glatteis. Mit dem AIDA-Katalog in der Hand werden monatelang die besten Routen und Kabinen verglichen. An Bord angekommen, wird das All-inclusive-Angebot voll ausgenutzt und täglich per WhatsApp dokumentiert: "Heute wieder 5-Gänge-Menü!" Die Kreuzfahrt ist nicht nur Urlaub, sondern ein Statussymbol, das mit zahlreichen Fotos für die Daheimgebliebenen festgehalten wird – inklusive obligatorischem Kapitänsdinner-Selfie.
#10 Garten, Balkon und Pflanzen winterfest machen
Wenn der erste Frost droht, bricht im Boomer-Garten der Ausnahmezustand aus. Pflanzen werden eingepackt, als ginge es um eine Operation am offenen Herzen. Jeder Rosenstrauch bekommt seine eigene Tannenreisig-Haube, Kübelpflanzen werden in mehrere Lagen Vlies gewickelt und strategisch im Haus verteilt. Der Gartenschlauch wird abmontiert und fachgerecht entleert, Wasserhähne isoliert und Gartenmöbel eingelagert – ein Prozess, der ein ganzes Wochenende in Anspruch nimmt und mit dem Satz "So, jetzt kann der Winter kommen!" abgeschlossen wird. Dabei ist es völlig egal, dass moderne Gartenmöbel längst winterfest sind – eingelagert wird trotzdem.
#11 Den Kalender fürs kommende Jahr vorbereiten
Zwischen Weihnachten und Neujahr hat die Boomer-Generation eine wichtige Aufgabe: Der neue Wandkalender muss vorbereitet werden. Mit Kugelschreiber werden akribisch alle Geburtstage, Jahrestage, Arzttermine und Müllabfuhrtermine eingetragen – trotz digitaler Kalender im Smartphone. Der neue Kalender bekommt dann einen Ehrenplatz in der Küche, wo er das ganze Jahr über als analoges Organisationszentrum dient.
Boomer haben eben ihre ganz eigenen Winter-Rituale. Ob frühe Dunkelheit als Tagesende definieren oder das Auto für eine arktische Expedition ausstatten: Jede Generation zelebriert die kalte Jahreszeit auf ihre eigene, liebenswert-schrullige Weise. Und mal ehrlich – ein bisschen Boomer steckt in uns allen, wenn wir bei Schneefall besorgt aus dem Fenster schauen und überlegen, ob wir wirklich noch rausgehen müssen.












