Erinnerst du dich an die Zeit, als man Telefonnummern noch auswendig kannte und Filme auf klobigen Kassetten ausgeliehen wurden? Diese Gegenstände von damals sind heute fast vollständig verschwunden, aber die Erinnerung an sie weckt bei vielen Boomern und Millennials ein wohliges Gefühl der Nostalgie. Hier ist eine Zeitreise zu 12 Dingen, die für uns früher unverzichtbar waren und heute kaum noch jemand kennt.
Die Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant verändert. Technologische Entwicklungen haben viele Gegenstände, die einst zum Alltag gehörten, überflüssig gemacht. Während die jüngeren Generationen mit Smartphones und Streaming-Diensten aufgewachsen sind, erinnern sich Boomer noch gut an eine Zeit, als man für einen Anruf eine Telefonzelle suchen musste oder Fotos erst nach einer Woche vom Entwickeln zurückkamen. Auch Gen X und Millennials kennen diese Dinge häufig noch aus ihrer Kindheit!
1. Wählscheibentelefone: Als Anrufen noch ein Ereignis war
Das schwere Handstück, das befriedigende Geräusch der zurückschnellenden Wählscheibe – Telefonieren war früher ein bewusstes Ritual. Ferngespräche mussten geplant und kurz gehalten werden, Notizen wurden vorher gemacht, und man kam schnell zur Sache, bevor die teuren Minuten abliefen. Generell wurde nach Minute abgerechnet und jede Telefonrechnung, offenbarte damals, wie lange ich mit meinen Freundinnen telefoniert habe. Im Zweifelsfall wurde mir das Geld von meinem Taschengeld abgezogen. Puh, was wir in den 90er mit unseren Eltern über das Thema Telefonieren gestritten haben.
Heute tippen wir einfach auf einen Namen und können stundenlang mit jedem überall auf der Welt sprechen – dank Flatrate! Die Leichtigkeit hat uns die Intention genommen, aber auch ein heißes Streitthema mit den Teenagerkindern.
2. Telefonzellen an jeder Ecke: Das Sicherheitsnetz ist verschwunden
Mit zwei Münzen in der Tasche konnte man früher fast jedes Problem lösen. Eine Telefonzelle zu finden, war nie schwer – sie standen an jeder Ecke bereit. Ja, oftmals roch darin eklig (weshalb es irgendwann nur noch offene Telefonzellen gab), aber wer erinnert sich noch, welches Geräusch es macht, wenn eine Münze immer wieder durchfiel und man sie wild am Gehäuse des Telefons gerubbelt hat, in der Hoffnung, dass er sie dann nimmt?
Heute sind diese kleinen Kabinen fast vollständig aus dem Stadtbild verschwunden und die, die ich noch kenne, funktionieren schon lange nicht mehr. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein öffentliches Kommunikationsnetz, das für alle zugänglich war.
3. VHS-Kassetten und Videotheken: Das Freitagabend-Ritual
Erinnerst du dich noch an das Durchstöbern der Regale, das Lesen der Beschreibungen und die Verhandlungen mit Freund*innen oder Familie, welcher Film es werden sollte? Letzteres haben wir beim virtuellen Durchstöbern der Streaming-Mediatheken zwar auch noch, aber dieser besondere Kick in der Videothek einen neuen Film auszuleihen, der fehlt irgendwie, oder?
Streaming-Dienste sind zwar praktisch, aber die Qual der Wahl kann überwältigend sein. Manchmal vermisst man die Begrenzung, die das Angebot einer Videothek mit sich brachte.
4. Filmkameras und Einstunden-Fotolabore: Als jeder Schnappschuss zählte
Das Warten darauf, wie die Bilder geworden sind, lehrte uns, langsamer zu werden und den Moment bewusster einzufangen. Ebenso, der bewusste Umgang mit der endlichen Ressource Fotoanzahl je Farbfilm.
Smartphones machen heute zwar beeindruckende Fotos, aber die endlosen Wiederholungsversuche rauben uns oft den Moment, den wir eigentlich festhalten wollten. Auch die Überraschung und das bewusste Erinnern, wenn man ein paar Wochen nach einem Event die entwickelten Bilder abgeholt hat, gibt es so nicht mehr. Durch vergangene Insta-Einträge scrollen, ist da doch nicht dasselbe.
5. Telefonbücher und Gelbe Seiten: Google auf Papier
Diese dicken Wälzer, die regelmäßig vor der Haustür landeten, waren die Suchmaschinen ihrer Zeit. Das Blättern durch Kategorien und das zufällige Entdecken von Dienstleistungen, die man gar nicht gesucht hatte, machten die Suche zu einem Abenteuer voller Überraschungen.
Und es war so einfach, die Nummer seines Schwarms zu bekommen – man musste nur wissen, wie er oder sie mit Nachnamen hieß und wo er oder sie wohnte. Schwups, konnte man anrufen und nach dem man der Stimme seiner heimlichen Liebe beim "Hallo" sagen gelauscht hat, schnell wieder auflegen. Anruferkennung gab es damals nämlich auch noch nicht. ;-) Klingt heute ein bisschen nach Stalking, war für Gen X und Millennials aber elementarer Bestandteil ihrer Teenagerzeit.
6. Papierlandkarten und Autoatlanten: Navigation mit Köpfchen
Eine Papierkarte zu lesen, veränderte die Art, wie man einen Ort wahrnahm. Man sah Zusammenhänge, nicht nur Routen. Manch einem von uns, wurde dabei furchtbar übel – etwas, das wir wiederum nicht vermissen.
Während GPS-Systeme uns heute zuverlässig ans Ziel bringen, geht dabei oft das Verständnis für die Geografie und die Orientierung im Raum verloren. Aber wir haben ja die Wahl – Navi aus und schauen, wo wir landen!
Unser Geschenktipp für Kinder, damit gutes Boomer-Wissen zu Landkarten aus Papier nicht verloren geht. Die Illus sind so schön:
7. Disketten und Zip-Laufwerke: Daten zum Anfassen
Eine ganze Welt von Schularbeiten und frühen Bürodokumenten lebte auf diesen klappernden Quadraten. Auch Spiele, die am Computer gezockt wurden, lebten darauf. Sie wurden gehütet, getauscht und wenn sie kaputtgingen, was gar nicht so selten geschah, beweint und verflucht!
Sie zwangen uns, Dateien von Hand zu beschriften, Backups zu erstellen und über Versionen nachzudenken. Heute erledigt die Cloud das alles im Hintergrund – praktisch, aber auch riskant.
Hier kannst du dein Wissen über Boomer-Gegenstände testen: Wer erkennt, was wir hier sehen?
8. Faxgeräte für alltägliche Erledigungen: Die Kunst des Wartens
Einst stand man in der Apotheke und faxte ein Formular, damit ein Arzt es unterschreiben konnte, damit die Schule es akzeptieren konnte, damit das Ferienlager dem Kind das Schwimmen erlaubte. Oder so ähnlich!
E-Signaturen und Portale haben dieses umständliche Ritual ersetzt – ein echter Fortschritt. Dennoch gab es einen Vorteil bei diesem langsamen Prozess: eingebaute Pausen, die uns zum doppelten Prüfen der Details zwangen. Aber das Schöne ist: Dank langsamer deutscher Bürokratie werden Faxgeräte in deutschen Amtsstuben noch lange ein sicheres Leben als bedrohte Spezies führen können. So schnell macht den Faxgeräten in Deutschland keine Digitalisierung den Gar aus!
9. Durchschlagpapier und Quittungsblöcke: Kopien mit Charakter
Die Flecken an den Fingern, das befriedigende Abziehen, um eine Kopie zu enthüllen – Durchschlagpapier machte die alltägliche Dokumentation tragbar, bevor es Scanner gab.
Heute erledigt die Smartphone-Kamera den Job schneller und sauberer. Dennoch bleibt die Mentalität wichtig: Eine Papierspur für alles zu schaffen, was später wichtig werden könnte. Aber es gibt auch heute noch Prozesse, in denen das gute alte Durchschlagspapier genutzt wird – wir haben gerade eine neue Küche gekauft und nach der Montage gab es dutzende Seiten Durchschlagskopien für unsere Akten. So retro!
10. Schreibmaschinen für alltägliche Dokumente: Tippen mit Konsequenzen
Das Klackern, die Glocke, der Tipp-Ex – Schreibmaschinen forderten Konzentration, weil Fehler teuer waren. Wer das Geräusch einer Schreibmaschine in Bewegung einmal gehört hat, wird es so schnell nicht wieder vergessen. Das fällt definitiv unter ASMR. Wenn du den Begriff nicht kennst, bist du definitiv ein Boomer. ;-)
Textverarbeitungsprogramme haben das Experimentieren einfacher gemacht – ein Geschenk für die Kreativität, aber auch eine Falle für Prokrastination.
11. Die Regal-füllende Enzyklopädie: Wissen zum Anfassen
Viele von uns wuchsen mit einem imposanten Britannica-Set auf, das wie ein Heiligtum behandelt wurde. Wer sowas in seinem Bücherregal stehen hatte, zeigt auch gleich allen – dieser Haushalt ist gebildet.
Dieses Heiligtum hat seine Türen im Printbereich längst geschlossen. Die letzte gedruckte Ausgabe erschien 2010 – ein stiller Marker dafür, dass die Ära der Heimreferenz eine Seite umgeblättert hatte.
Was wir von der Vergangenheit lernen können
Die Technologie entwickelt sich rasant weiter, aber manche Werte bleiben zeitlos. Die Begrenzungen von früher machten uns oft bewusster und aufmerksamer. Während wir die Vorteile der modernen Welt genießen, können wir uns von der Vergangenheit inspirieren lassen: Mehr Präsenz im Moment, weniger Perfektionismus, mehr Aufmerksamkeit für das Wesentliche.
Nicht alles muss zurückkommen. Nostalgie ist nützlich, wenn sie uns an Werte erinnert, die wir bewahren wollen – nicht an Geräte, die wir nicht mehr bekommen und nicht mehr gebrauchen können. Vielleicht ist es an der Zeit, eine "altmodische" Gewohnheit wiederzubeleben: Eine Postkarte schreiben, eine Landkarte für eine Wanderung ausdrucken oder ein Telefonat führen, bei dem man wirklich präsent ist. Wenn ihr nicht wisst, wie das geht – fragt einen Boomer, der oder die hilft euch sicher gerne weiter!














