Zur Gen Z zählen grob alle, die ab Mitte der 1990er bis etwa 2010 geboren wurden – und klar: Nicht alle von ihnen haben schon eine eigene Wohnung mit perfekt definiertem Wohnzimmer. Manche leben noch in WGs, bei den Eltern oder irgendwo dazwischen. Trotzdem lässt sich ein ziemlich klarer Stil erkennen, der sich durchzieht, egal ob 20-Quadratmeter-Zimmer oder erste eigene Bude. Gen-Z-Wohnzimmer sind weniger durch Ordnung oder Perfektion geprägt, sondern durch Haltung, Spontanität und den Wunsch, sich nicht festzulegen.
An diesen zehn Merkmalen lassen sie sich ganz schnell erkennen...
#1 Ein Möbelstück vom Flohmarkt oder aus Kleinanzeigen
Fast jedes Gen-Z-Wohnzimmer hat mindestens ein Möbelstück, bei dem niemand so genau weiß, woher es eigentlich kommt. Flohmarkt, Kleinanzeigen, „von einer Freundin einer Freundin“: Hauptsache, es hat eine Geschichte. Ob es perfekt passt oder stabil ist, spielt eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass man sagen kann: „Das hab ich nicht neu gekauft.“ Und ja, ein bisschen Stolz schwingt immer mit.
#2 Eine Lampe, die mehr Statement als Licht ist
Deckenlicht? Bitte nicht. Stattdessen steht irgendwo eine Lampe, die aussieht wie Kunst, aber ungefähr so viel Licht macht wie ein Teelicht. Pilzform, Neon, irgendwas Schiefes – egal. Sie ist nicht dafür da, um den Raum auszuleuchten, sondern eine Haltung auszudrücken. Dass man abends trotzdem im Halbdunkel sitzt, gehört zum Konzept.
#3 Kein Sofa – oder ein sehr unkonventionelles
Ein klassisches Sofa ist optional. Stattdessen gibt es bodennahe Sitzgelegenheiten, gebrauchte Couches oder Konstruktionen, bei denen man sich fragt, ob sie als Möbel oder als Übergangslösung gedacht waren. Aber genau das ist der Punkt: Es ist flexibel, reicht für Freund*innen, Serienabende und spontane Gespräche bis spät in die Nacht. Bequem ist relativ.
#4 Poster, Prints oder Wanddeko ohne Rahmen
Die Wände erzählen Geschichten, nur eben ohne Rahmen. Poster werden mit Tape oder Reißzwecken befestigt, oder lehnen einfach irgendwo an. Die Themen wechseln ständig: Politik, Ironie, Popkultur, das Werk eines befreundeten Künstlers oder irgendwas mit Message. Nur eins ist klar: Rahmen wären zu endgültig, zu erwachsen, zu sehr „das bleibt jetzt so“.
#5 Mindestens ein Objekt, das andere verwirrt
In jedem Gen-Z-Wohnzimmer gibt es dieses eine Teil, bei dem Gäste kurz stehen bleiben und fragen: „Ähm … was ist das?“ Eine schräge Skulptur, kitschige Deko oder etwas, das aussieht wie Kunst, aber eigentlich nur absurd ist. Die Erklärung ist immer dieselbe: „Keine Ahnung, ich fand’s lustig.“
#6 Pflanzen – aber nicht perfekt gepflegt
Pflanzen gehören dazu, aber bitte ohne Druck. Viele kleine statt einer großen, ein paar sehen okay aus, andere kämpfen sichtbar ums Überleben. Und das ist völlig in Ordnung. Es geht nicht um botanische Perfektion, sondern um Atmosphäre. Wenn eine Pflanze eingeht, wird sie ersetzt. Emotional verarbeitet wird das später.
Du bist noch auf der Suche nach dem perfekten Namen für deine Zimmerpflanze? Dann haben wir hier ein paar Vorschläge...
#7 Ein Teppich, der eigentlich nicht passt
Der Teppich passt weder farblich noch stilistisch so richtig zum Rest. Und genau deshalb liegt er da. Vielleicht war er ein Fund, vielleicht ein Impulskauf. Matching ist kein Ziel, Individualität schon. Wenn jemand sagt: „Der passt aber nicht“, ist das eher ein Kompliment.
#8 Technik, die offen rumliegt
Plattenspieler, Bluetooth-Box, Kamera, Laptop – alles liegt offen herum, Kabel inklusive. Technik ist Teil des Alltags und darf gesehen werden. Sie wird genutzt, nicht versteckt. Ordnung ist nice, aber kein Selbstzweck. Wichtig ist, dass alles griffbereit ist, wenn man es braucht.
#9 Kerzen oder Duftstäbchen mit sehr klarer Meinung
Hier riecht es nicht nach „frischer Wäsche“. Hier riecht es nach Patchouli, Rauch, Palo Santo oder irgendwas sehr Erdigem. Der Duft ist eine Entscheidung und manchmal auch eine Herausforderung für Gäste. Aber Atmosphäre entsteht nicht durch Neutralität, sondern durch Charakter.
Im Prinzip geht es im Gen-Z-Wohnzimmer nicht darum, alles richtigzumachen, sondern sich wohlzufühlen. Und zwar jetzt, nicht irgendwann! Möbel dürfen eine Geschichte haben, Deko darf verwirren und Ordnung ist optional, solange die Lieblingsmenschen Platz haben.
Es ist ein Wohnzimmer, das sich ständig verändert, mit dem Leben mitgeht und genau deshalb so ehrlich wirkt. Und vielleicht ist das am Ende sogar ziemlich erwachsen.











